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Studium Biomedizinische Technik: Studiengang mit Zukunft

2012 ließ sich Phil Gerard von einem daVinci genannten Roboter seine von Krebs befallene Prostata entfernen – erfolgreich. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie weit fortgeschritten Medizintechnik heute ist. Die Branche bietet auch beste Berufschancen für Absolventen des gleichnamigen Studiums.

Reinschauen: Mithilfe eines Computertomographen erforschen und entwickeln die Studenten Verfahren für die dreidimensionale Bildgebung Bildquelle: © Michael Eckstein

Reinschauen: Mithilfe eines Computertomographen erforschen und entwickeln die Studenten Verfahren für die dreidimensionale Bildgebung

Die Medizintechnik entwickelt sich in atemberaubendem Tempo. Immer neue Hightech-Lösungen entstehen, die helfen, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln und zu heilen. Oder den Alltag kranker und pflegebedürftiger Personen zu erleichtern. Dazu zählen Reha-Roboter, künstliche Organe, Nano-Implantate, Smart Patches, bildgebende Verfahren und leistungsfähige Prothesen.

Auch medizinische Wearables gehören dazu – elektronische Computer, die am, auf dem oder sogar im Körper getragen werden und beispielsweise Gesundheitswerte drahtlos an ein Backend-System weiterreichen. Wearables und zugehörige Services zählen zum schnellsten wachsenden Segment innerhalb des Internet der Dinge (IoT). Marktforscher McKinsey schätzt, dass das IoT bis 2025 weltweit bis zu 11 Billionen Dollar Mehrwert schaffen kann. Gesundheit und Fitness werden allein 1,6 Billionen Dollar dazu beitragen – ein Großteil davon befeuert durch Wearables.

Innovationen für die Zukunft

Grundlage dieser Entwicklungen sind modernste technische Produkte und Fertigungen, etwa flexible Miniaturleiterplatten auf Basis der Dünnschichttechnik, chipbasierte drahtlose Ladeverfahren und MEMS-Sensoren (Mikro-Elektro-Mechanische Systeme). Auch leistungsfähige Software-Analyseverfahren zum Beispiel zum Auswerten riesiger heterogener Datenbestände zählen dazu. Kurzum: Elektrotechnik, Elektromechanik und Software-Engineering besetzen zentrale Rollen in der Medizintechnik.

Körper-Navi:  Eine Stereokamera erfasst die Positon der Sonde im Dummy. Am Rechner lässt sie sich mit medizinischen Bildern überlagern. Bei einer OP könnte der Arzt so exakt an einer Risikostruktur vorbei navigieren. Bildquelle: © Michael Eckstein

Körper-Navi: Eine Stereokamera erfasst die Positon der Sonde im Dummy. Am Rechner lässt sie sich mit medizinischen Bildern überlagern. Bei einer OP könnte der Arzt so exakt an einer Risikostruktur vorbei navigieren.

Gleichzeitig legen medizinische Anwendungen die Messlatte für Qualität, Genauigkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit der Endgeräte sehr hoch. Die Produkte müssen je nach zugeordneter Risikoklasse langwierige Zulassungsverfahren durchlaufen und wichtige Standards einhalten, etwa die europaweit harmonisierte Medical Device Directive 93/42/EWG. Aktive implantierbare medizinische Geräte wie Herzschrittmacher unterliegen als Medizinprodukte hingegen der Richtlinie 90/385/EWG, während In-Vitro-Diagnostika als Medizinprodukte der Richtlinie 98/79/EG genügen müssen.

Damit bewegt sich die Medizintechnik im Spannungsfeld zwischen hohem Innovationstempo langwierigen Zulassungsprozessen. Die Branche ist geprägt von vielen kleinen und mittleren Unternehmen. Laut dem Statischen Bundesamt haben knapp 90 Prozent der Betriebe nur bis zu 100 Beschäftigte und lediglich zwei Prozent mehr als 500 Mitarbeiter. Hinzu kommt: Neue Player steigen in den Markt ein, die bisher wenig Berührungspunkte mit Elektronik- und Software-Entwicklung hatten. Viele suchen nach Technologiepartnern. Für Neueinsteiger ist es meist schwierig, den Dschungel aus Normen, Standards und Zertifizierungen in diesem hochregulierten Markt zu durchblicken. Oft können sie Zertifizierungen oder Dokumentationsstandards nicht liefern, die End- oder Industriekunden fordern.