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Roboter in der Medizin: Zwischen Science-Fiction und Wirklichkeit

Noch stecken die meisten medizinischen Roboter in den Kinderschuhen. Aber sie entwachsen diesen immer schneller. Das liegt nicht nur an der Geschwindigkeit, mit der sich die Technik weiterentwickelt, sondern auch am rasanten Wachstum des Markts.

Bis 2022 soll der Markt für Medizinroboter auf 9,3 Milliarden US-Dollar anwachsen. Bildquelle: © dpa

Bis 2022 soll der Markt für Medizinroboter auf 9,3 Milliarden US-Dollar anwachsen.

Selbststeuernde Roboter, die Transportdienste wie Essensauslieferungen oder die Beförderung von Wäsche und Medikamenten ausführen. Spezielle Pflegebetten übernehmen das Umlagern von Patienten vollautomatisch in einstellbaren Zeitintervallen. Das sind keine vage Zukunftsvisionen, sondern schon heute Realität. Für Experten ist das alles nur der Anfang, denn der Markt entwickelt sich rasant.

Laut dem französischen Marktforschungsinstitut Yolé Développement wird dieser jährlich um rund 17 Prozent wachsen, von 3,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 auf 9,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022. »Dieses Wachstum wird vor allem durch den Bereich der chirurgischen Roboter getragen, die 2016 rund 94% des gesamten Medizinrobotermarkts ausmachten«, erklärt Yolé-Analystin Dr. Marjorie Villen. Die Vorteile – so scheint es – liegen auf der Hand: minimale Invasivität für den Patienten, bessere mikrochirurgische Fähigkeiten für den Chirurgen und Kostenoptimierungen aufgrund der kürzeren Genesungszeiten.

Auswirkungen auf die Sensortechnik

Aber Roboter erobern nicht nur den Operationssaal. Laut Markforschungsinstitut sind deren Einsatzmöglichkeiten auch in anderen Bereichen nahezu endlos. »Damit ein Roboter jedoch funktioniert und seine Umgebung wahrnimmt, benötigt er zahlreiche Sensoren«, sagt Sébastian Clerc, ebenfalls Analyst bei Yolé. Dazu gehören Positions- und Drehmomentsensoren für die Gelenke, Kreiselinstrument- und Beschleunigungssensoren zur Positionierung sowie bewegliche Bauteile, Drucksensoren, Bildsensoren, Oberflächen-Elektromyographie oder neuronale Implantate.

Allerdings stellen nicht allen Bereich die gleichen Anforderungen an die Sensoren. In der Endoskopie sehen die Analysten vor allem einen Trend: Einweg-Bildsensoren. Auch wenn die bei den chirurgischen Robotern noch nicht gefragt sind, werden sie auch hier früher oder später sicherlich Thema. Im Bereich der Reha-Robotik und –Prothetik wurden unterschiedliche Sensorstrategien identifiziert, die einzeln oder kombiniert eingesetzt werden können. Die reichen von dynamische Steuerungen mit Drehmoment- und Kraftsensoren über kinematische Steuerungen mit Interialsensoren bis hin zu Triggersteuerungen mit myoelektrischen Sensoren.

Bei all der Euphorie muss jedoch auch gesagt werden, dass Roboter noch längst nicht alles können. So wünschen sich laut der Studie viele Chirurgen eine Technik, die es Ihnen ermöglicht, Körpergewebe aus der Ferne zu fühlen (haptisches Abtasten) sowie eine bessere Kameraqualität.