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Roboter im Gesundheitswesen: »Wichtige Bausteine für die medizinische Versorgung«

Bisher sind nur wenige Roboter im Gesundheitswesen im Einsatz – zu wenig. Denn eine Studie der Stiftung Münch zeigt, dass eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung ohne robotische Systeme kaum zu gewährleisten ist.

Bis 2022 soll der Markt für Medizinroboter auf 9,3 Milliarden US-Dollar anwachsen. Bildquelle: © dpa

Bis 2022 soll der Markt für Medizinroboter auf 9,3 Milliarden US-Dollar anwachsen.

Die Stiftung Münch hat in einer Studie untersucht, welche Potenziale für die Gesundheitsversorgung in der Robotik liegen und wie diese gehoben werden können. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die Herausforderungen des zunehmenden Fachkräftemangels und der demografischen Entwicklung nur mithilfe von Robotern zu bewältigen sind. Vor allem bei  physisch anstrengenden Tätigkeiten und in der Logistik entlasten automatisierte Systeme das Personal.

»Insbesondere die Pflegerobotik kann ein wichtiger Baustein werden, die physischen und auch bürokratischen Belastungen der Pflegekräfte zu minimieren und so diesen für das Gesundheitswesen eminent wichtigen Beruf wieder attraktiver machen«, erklärt Stephan Holzinger, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Münch. Roboter sollen Pflegekräfte dabei nicht ersetzen, sondern ihnen idealerweise mehr Zeit für ihre Patienten ermöglichen.

Um den Einsatz jenseits von Prototypen und Forschungsprojekten zu ermöglichen, müssen laut Stiftung gesetzliche und rechtliche Voraussetzungen geschaffen und klare Finanzierungswege festgelegt werden. Die Akzeptanz müsse durch gezielte Kommunikation erhöht werden – ein Ansatz, der in Japan und Korea aktiv praktiziert und politisch vorgegeben ist und als Vorbild für Deutschland dienen kann. Auch die Forschungsförderung sollte intensiviert werden. Dabei sei  es entscheidend, Regularien und Administration abzubauen und zu flexibilisieren und insbesondere auch Start-ups und Kleinunternehmen zu unterstützen.

An der Umsetzung hapert es

Akteure in Gesundheitswesen seien  grundsätzlich an medizinischen Robotern interessiert, zögerten jedoch bisher in der Umsetzung.  Das liegt an zu wenig ausgereiften Produkten, fehlenden großangelegten Studien mit Nutzern und unklaren Finanzierungswegen. Um das zu ändern und die Akzeptanz weiter zu steigen, fordert die Stiftung Unterstützung  seitens der Politik: » Sektorale Abgrenzungen müssen überwunden werden.«

Ein weiterer wichtiger Punkt ist laut Stiftung die Ausrichtung der Versorgungssysteme am Nutzen der Patienten. Die gegenwärtige sektorale Trennung stelle ein Innovationshindernis dar, das es zu überwinden gilt. Schließlich muss die Aus- und Weiterbildung im Gesundheitswesen strategisch neu ausgerichtet werden, da in allen Bereichen des Gesundheitswesens aufgrund der wachsenden Technisierung und Digitalisierung eine ergänzende Qualifizierung des Personals erforderlich ist und auch neue Berufsbilder geschaffen werden müssen. (me)