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Kardialer Ablationskatheter: Innovative Behandlung von Vorhofflimmern

Abbott hat eine CE-Zulassung für den Ablationskatheter TactiCath Contact Force Ablation Catheter, Sensor Enabled erhalten. Der katheter wurde entwickelt, um Ärzten eine effektivere Behandlung von Vorhofflimmern zu ermöglichen.

TactiCath Contact Force Ablation Catheter, Sensor Enabled Bildquelle: © Abbott

Ablationskatheter für die Behandlung von Vorhofflimmern

Bei der Einbindung in das kardiale Mapping-System EnSite Precision kann mit Impedanz- und Magnetresonanzmessungen eine präzisere Modellierung des Herzens ermöglicht werden. Mit der Sensor Enabled-Technik kann der Arzt während der Ablation ein detaillierteres Herzmodell als bei Verwendung eines Katheters ohne Sensor erzeugen.

Arrhythmien entstehen, wenn die zur Regelung des Herzrhythmus benötigten elektrischen Signale unterbrochen oder verändert werden. Ein Patient mit Vorhofflimmern hat ein höheres Schlaganfallrisiko, weil sich durch den Verlust der geordneten Vorhofkontraktion Blut in den Vorhöfen ansammeln kann. Dabei können Blutgerinnsel entstehen, die ins Gehirn wandern können. Um im Herzen wieder optimale elektrische Signale herzustellen, wird über einen Ablationskatheter Hochfrequenzenergie an das Herzgewebe abgegeben. Dadurch werden in den für die Arrhythmien verantwortlichen Regionen kleine Läsionen erzeugt.

Es werden unterschiedliche Ablationstechniken angewandt, und jüngere Forschungsergebnisse haben wiederholt gezeigt, wie wichtig bei der Durchführung der Ablation das Aufbringen des optimalen Anpressdrucks auf das Herzgewebe ist. Wenn zu viel Druck auf das Herzgewebe aufgebracht wird, kann dies zu Komplikationen führen. Wenn dagegen zu wenig Druck aufgebracht wird, ist die dabei erzeugte Läsion unter Umständen nicht ausreichend, um die gestörten Signale im Herzen zu unterbrechen.

Nach einer HF-Ablation mit dem TactiCath Quartz-Katheter, der einen kontrollierten Anpressdruck hat, traten weniger klinische Ereignisse als mit einem Katheter ohne kontrollierten Anpressdruck. Die Nachbehandlungskosten wurden um  15 % reduziert. Die Einsparungen liegen pro Patient bei circa 3400 USD im Jahr nach der Ablation.

Das System ermöglicht eine automatische Lenkung der Läsionsmarkierung, die Verifizierung der Stabilität des Ablationskatheters, die automatische Speicherung der genauen Position der Katheterspitze bei Abgabe der Hochfrequenzenergie, die Aufnahme von Mapping-Punkten auf Grundlage des Anpressdrucks und die Prüfung sowie Identifizierung etwaiger Lücken durch Betrachtung spezifischer Läsionen in der Anzeigeliste.

Der neue Katheter ist in ausgewählten europäischen Ländern erhältlich; mit der uneingeschränkten Marktfreigabe wird im dritten Quartal 2017 gerechnet. Außerdem wird die Zulassung in den USA verfolgt.