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Automatisierung der Vitalwertüberwachung: Kleidung überwacht Blutdruck und Puls

Direkt am Körper lassen sich Blutdruck oder Puls immer noch am besten messen. Herkömmliche Geräte sind durch den Hautkontakt jedoch unkomfortable, stören den Schlaf und schränken die Bewegungsfreiheit ein. Wissenschaftler haben nun Sensoren entwickelt, die Vitalwerte ganz unauffällig überwachen.

Vitalwerte wie Blutdruck und Puls lassen sich direkt am Körper immer noch am besten messen. Bildquelle: © Pixabay

Vitalwerte wie Blutdruck und Puls lassen sich direkt am Körper immer noch am besten messen.

In die Kleidung eingenähte Sensoren könnten künftig Puls und Blutdruck längerfristig überwachen. Forscher um Xiaonan Hui von der Cornell Universität in Ithaca (US-Bundesstaat New York) stellten im Fachmagazin »Nature Electronics« ein neues Verfahren mit RFID-Chips vor.

Die neue Technik könnte beispielsweise in Krankenhäusern oder Pflegeheimen genutzt werden. In den jeweiligen Zimmern müssten Antennen angebracht werden, die die Signale der Funkchips empfangen. »Unser System ist in der Lage, die Werte von mehreren Personen gleichzeitig zu überwachen«, schreiben die Forscher. Das könne zu einer kosteneffektiven Automatisierung der Vitalzeichenüberwachung führen. Waschmaschinen sollen den Chips nichts anhaben können.

In die Brusttasche eingenäht können die batterielosen Chips helfen, die Atemfrequenz zu messen. Gleichzeitig konnten die Forscher die Chips nutzen, um wie mit einem Radar Bewegungen des Herzens nachzuverfolgen. Über einen weiteren Chip am Handgelenk, der in eine Manschette eingenäht werden kann, lässt sich der Puls bestimmen. Durch Kombination der beiden Sensoren kann man den Blutdruck abschätzen.

Noch ist unklar, wie zuverlässig die mit den Funkchips gewonnenen Daten sind. Bislang wurden die Systeme nur an einzelnen Probanden getestet. Somit ist die Methodik für medizinische Anwendungen alles andere als ausreichend erprobt.(me)