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Tragbare Krebstherapie: Mit elektrischen Wechselfeldern Hirntumore bekämpfen

Das Glioblastom ist der häufigste bösartige hirneigene Tumor bei Erwachsenen. Charakteristisch ist seine hohe Zellteilungsrate und das damit verbundene rasante Wachstum. Ein neuer Therapieansatz wirkt direkt auf den Zellteilungsprozess und hilft so, die Überlebenszeit der Patienten zu verlängern.

Selbstbestimmt trotz Krebsbehandlung: Die mobile Therapie lässt sich gut in den Alltag integrieren. So können Patienten weiterhin ihren Hobbies nachgehen, Freunde treffen oder sogar verreisen. Bildquelle: © Novocure

Selbstbestimmt trotz Krebsbehandlung: Die mobile Therapie lässt sich gut in den Alltag integrieren. So können Patienten weiterhin ihren Hobbies nachgehen, Freunde treffen oder sogar verreisen.

Die Therapie von Patienten mit einem Glioblastom, einer seltenen, aber äußerst aggressiven Art von Hirntumoren, stößt in der Medizin immer noch an ihre Grenzen. Die Erkrankung gilt derzeit als unheilbar und tritt bei etwa drei von 100.000 Menschen auf. Damit ist das Glioblastom der am häufigsten vorkommende bösartige hirneigene Tumor im Erwachsenenalter. In Deutschland erkranken jährlich etwa 2.500 Personen daran.

Trotz moderner Therapien überleben die meisten Glioblastom-Patienten im Durchschnitt nur etwa 15 Monate. Optune von Novocure schenkt nicht nur mehr Zeit, sondern gibt den Patienten auch die Möglichkeit ihren Alltag trotz Krebstherapie so selbstbestimmt und flexibel wie möglich zu gestalten. Wenn durch die Standardmaßnahmen – Operation, Chemotherapie und Bestrahlung – der Tumor weitestgehend entfernt werden konnte, wird mit Optune angesetzt, um das schnelle Neuwachstum zu verhindern.

In einer klinischen Studie (EF 14) konnte die Methode bereits überzeugen. Untersucht wurde die Wirkung bei neudiagnostizierten Glioblastom zusammen mit dem Chemotherapeutikum Temozolomid in der Erhaltungsphase. Ergebnis: Das mediane Gesamtüberleben wurde um fast 5 Monate verlängert. Zudem erhöhten sich die Überlebensraten der Patienten in der Studiengruppe über 5 Jahre hinweg signifikant gegenüber den Patienten, die nur die Chemotherapie erhielten. Es zeigte sich außerdem, dass die Lebensqualität der Patienten, die zusätzlich mit Optune behandelt wurden, länger aufrechterhalten werden konnte als dies unter der alleinigen Chemotherapie möglich war.

Behandlungsmethode und Wirkungsweise

Bei Optune handelt es sich um eine lokale antimitotisch wirksame Therapie, die in der Regel mit den herkömmlichen Therapieformen Chemotherapie und Bestrahlung angewendet wird, weist dabei aber ein sehr günstiges Nebenwirkungsprofil auf.  Wichtig: Optune ist eine zusätzliche Behandlung, sie ersetzt nicht die Standardmaßnahmen. Mittels elektrischer Wechselfelder, sogenannten Tumortherapiefeldern (auch Tumor Treating Fields, TTFields) wird das Tumorwachstum gehemmt; die Krebszellen vermehren sich nicht mehr.

Während der Zellteilung ordnen sich die Chromosomen – bestehend aus je zwei Schwester-Chromatiden – in der Äquatorialebene der Zelle an. Über sogenannte Spindelfasern wird je ein Chromatid zu einem der beiden Zellpole gezogen und das Erbgut somit gleichmäßig auf die beiden künftigen Tochterzellen verteilt. Wird dieser Prozess durch Tumortherapiefelder gestört, kommt es unter anderem zum Zellteilungsstillstand und einer abnormalen Chromosomenverteilung auf die Tochterzellen – der kontrollierte Zelltod (Apoptose) wird absichtlich eingeleitet.