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Auf dem Weg zum Gesundheitskonzern: Philips kommt bei Umbau voran

Philips folgt einem Trend: Der ehemalige Mischkonzern will sich auf Gesundheitsthemen konzentrieren, kauft entsprechend hinzu und stößt alte Sparten ab. Die Strategie trägt erste Früchte.

Philips Firmensitz in den Niederlanden Bildquelle: © Philips

Philips Firmensitz in den Niederlanden

Philips kommt beim Umbau zu einem Konzern für Gesundheitstechnologie voran. Dank eines guten Schlussquartals konnte der ehemalige Mischkonzern den Gewinn im vergangenen Jahr deutlich steigern. Dabei profitierten die Niederländer auch von Einsparungen und einem Sondergewinn durch den Verkauf von weiteren Anteilen an der ehemaligen Lichttochter Philips Lighting. Kosten für den Konzernumbau sowie Belastungen aus der US-Steuerreform konnten so mehr als ausgeglichen werden.

Philips konzentriert sich mittlerweile auf Gesundheitsthemen. Ein Bereich widmet sich der Medizintechnik, wie etwa die bildgebende Diagnostik, wie sie auch die Konkurrenten Siemens oder General Electric anbieten. Zudem wendet sich der Konzern mit Elektronikgeräten wie Rasierern oder Kaffeemaschinen direkt an die Verbraucher. Vom Mischkonzern alter Prägung, der von Unterhaltungselektronik über Halbleiter bis Glühlampen und Medizintechnik alles im Angebot hatte, ist mittlerweile nichts mehr übrig.

Neuaufstellung trägt erste Früchte

Die Sparten wurden in den vergangenen Jahren verselbstständigt und später verkauft. Das Geschäft mit Unterhaltungselektronik wurde ebenso abgegeben wie der Chipbereich. Aus dem Halbleitergeschäft ging 2006 der jetzige Konzern NXP hervor, um den derzeit ein Übernahmekampf tobt: Der US-Konkurrent Qualcomm würde sich den Chipkonzern gerne einverleiben.

Philips folgt mit dem radikalen Wandel einem Trend: Auch Konglomerate wie Siemens oder General Electric stellen sich neu auf, um in einem durch die Digitalisierung sich rasch wandelnden Marktumfeld schneller reagieren zu können. Siemens etwa hat sich über die vergangenen Jahre von einer ganzen Reihe von Geschäften getrennt, etwa von der Halbleitersparte Infineon, dem Lichtgeschäft Osram oder dem Komponentenhersteller Epcos. Seine Windkraft-Tochter fusionierte der Münchener Konzern mit dem spanischen Wettbewerber Gamesa, die Medizintechnik soll in wenigen Wochen an die Börse.

Für Philips bringt die Neuaufstellung erste Früchte. So stieg der Nettogewinn 2017 von knapp 1,5 Milliarden auf fast 1,9 Milliarden Euro. Der Umsatz nahm um 2 Prozent auf knapp 17,8 Milliarden Euro zu. Die Einsparungen aus dem Umbauprogramm liegen mit 483 Millionen Euro für 2017 über Plan, wie Philips mitteilte. (me)