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Herzpumpen und kardiogener Schock: Abiomed fordert Paradigmenwechsel

Im Rahmen des Jahreskongresses der European Society of Cardiology wurden in München auch die Vorteile von Herzpumpen diskutiert. Dabei zeigte sich, dass die vollständige Revaskularisierung für Hochrisikopatienten ermöglicht, die Nieren schützt und den Ventrikel im kardiogenen Schock entlastet.

Die Impella 2.5 ist CE zertifiziert und von der FDA für die Behandlung von Herzinfarktpatienten mit kardiogenem Schock zugelassen. Bildquelle: © Abiomed

Die Impella 2.5 ist CE zertifiziert und von der FDA für die Behandlung von Herzinfarktpatienten mit kardiogenem Schock zugelassen.

Impella Herzpumpen sind perkutane Herzunterstützungssysteme (pVAD). Durch die kurzfristige mechanische Entlastung des Herzens, die der Einsatz  erzielt, kann die Hämodynamik stabilisiert, der Ventrikel entlastet und Myokard sowie Endorgane mit Sauerstoff versorgt werden. Die Herzpumpen können sowohl in der Notfallmedizin – im Falle eines kardiogenen Schocks – als auch zur Unterstützung bei komplexen Koronarinterventionen (PCI) eingesetzt werden.

In einem  Symposium anlässlich des Jahreskongresses der European Society of Cardiology (ESC) in München wurde aufgezeigt, dass die Herzpumpe die vollständige Revaskularisierung für komplexe Hochrisikopatienten ermöglicht, die Nieren schützt und den Ventrikel im kardiogenen Schock entlastet. Optimale Behandlungsergebnisse können durch die verbesserte zeitliche Koordination, also durch die frühzeitige Durchführung der mechanischen Kreislaufunterstützung (MCS), erzielt werden. Sowohl das Timing des Einsatzes als auch die Patientenauswahl sind entscheidend, wenn die bestehenden Paradigmen hinterfragt und die Ergebnisse bei der Protected PCI und dem kardiogenen Schock verändert werden sollen.

Frühe ventrikuläre Entlastung beim kardiogenen Schock

Besonders im Falle eines kardiogenen Schocks können Patienten vom Einsatz einer Herzpumpe profitieren. Dr. Jacob Eifer Møller, leitender Arzt der Kardiologie des Universitätsklinikums Odense, verglich bei zwei präklinischen Studien den Einsatz und die Wirkweise der Impella Herzpumpe mit der ECMO-Kreislaufunterstützung bei einer simulierten kardiogenen Schock-Situation. Beide MCS wiesen einen schnellen Wirkeffekt auf, die systemische Zirkulation wurde wieder hergestellt. Der linksventrikuläre enddiastolische Druck (LVEDD) und die Pressure-Volume-Area (PVA) gingen beim Modell der Impella Herzpumpe im Vergleich zur ECMO herunter – das Herz beziehungsweise der Ventrikel wurde durch den Einsatz der Impella entlastet.

Mit Studiendaten stellte der Kardiologe ebenso die Wichtigkeit des schnellen Einsatzes der  Herzpumpe dar. So konnte bei der Analyse von 15.259 Patienten mit einem kardiogenen Schock bei akutem Myokardinfarkt (AMICS) gezeigt werden, dass die Überlebensrate beim Einsatz signifikant höher war, wenn diese prä-PCI verwendet wurde (59% vs. 52% Überlebensrate, p<.001).

Indikationen für perkutane Herzunterstützungssysteme

Zusammenfassend legte Dr. Giuseppe Tarantini, Direktor der Interventionellen Kardiologie der Universität von Padua, die Indikationen für den Einsatz von pVAD vor, zu der unter anderem der zeitliche Rahmen der Intervention zählt. Gemäß den Leitlinien der ESC für das Management des akuten Myokardinfarkts, sowie der Leitlinien für myokardiale Revaskularisierung, wird die kurzzeitige Nutzung bei therapie-refraktären kardiogenen Schock empfohlen. Tarantini empfahl eine frühere Nutzung des perkutanen Herzunterstützungssystems – bevor Marker wie pH- und Laktatwerte vollkommen entgleisen und der kardiogene Schock eindeutig und irreversibel ist.

Diese Aussage untermauern auch Daten des cVAD (vormals USpella) Registers. Die Forscher verglichen in ihrer Studie (n=154) die Überlebensrate von Patienten, bei denen die Impella 2.5 vor beziehungsweise nach der PCI eingesetzt wurde. Der Einsatz der Impella prä-PCI ging mit einer höheren Überlebensrate einher (65% vs. 41%)5: »Bei hämodynamisch instabilem akutem Myokardinfarkt müssen wir wahrscheinlich schon vor Beginn der Symptome des kardiogenen Schocks an MCS denken, um eine Verschlimmerung und metabolische Störungen zu verhindern.«, so Tarantini. Sowohl der Zeitpunkt des Einsetzens der Herzpumpe als auch die Patientenselektion sind essentiell, um das Patienten-Outcome verbessern zu können. (me)