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Leoni-Finanzvorstand: Karl Gadesmann legt Amt nieder

Karl Gadesmann hat mitgeteilt, sein bis zum 31. Dezember 2019 laufendes Mandat als Finanzvorstand der Leoni AG im Einvernehmen mit der Gesellschaft mit sofortiger Wirkung zu beenden. Nicht die einzige Umstrukturierung in der aktuell schwierigen Situation.

Karl Gadesmann  hat sein Mandat als Finanzvorstand im Einvernehmen mit der Gesellschaft mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Bildquelle: © Leoni

Karl Gadesmann hat sein Mandat als Finanzvorstand im Einvernehmen mit der Gesellschaft mit sofortiger Wirkung niedergelegt.

Karl Gadesmann war seit dem 1. Oktober 2016 Finanzvorstand der Leoni AG und im Vorstand neben dem Finanzressort auch für Corporate Information Management, Corporate Information Security, Corporate Internal Audit, Corporate Risk & Insurance und Corporate Taxes verantwortlich. Die Neubesetzung wird umgehend in die Wege geleitet. Kurzfristig werden die Aufgaben des Ressorts interimistisch von dem Vorstandsvorsitzenden Aldo Kamper übernommen. Die Neubesetzung wird umgehend in die Wege geleitet. Kurzfristig werden die Aufgaben dieses Ressorts interimistisch von Aldo Kamper übernommen.

Ab dem 1. April 2019 wird Aldo Kamper zusätzlich den Bordnetz-Bereich leiten und damit diesem Segment, entsprechend seiner Komplexität und Bedeutung, deutlich mehr Aufmerksamkeit widmen. Martin Stüttem wird künftig die Funktion als Chief Operating Officer (COO) der Bordnetzsparte übernehmen, um sich vorrangig auf die Verbesserung der operativen Performance in den Werken konzentrieren zu können. Der derzeitige Leiter Finanzen gibt seine Funktion ab und der Leiter des Produktionsverbundes des Bordnetzbereichs wird das Unternehmen kurzfristig verlassen. Auch in Leitungsfunktionen des mexikanischen Werks in Merida gab es bereits personelle Veränderungen.

 Maßnahmen zur Stabilisierung des Geschäfts

In den ersten zwei Monaten des Jahres 2019 hat sich die anhaltend schwierige Situation von Leoni in unerwartetem Umfang fortgesetzt. Im Bordnetzbereich lag das vor allem an weiterhin hohen Personal- und Frachtkosten im Zusammenhang mit den Anlaufschwierigkeiten in Merida sowie an Effizienz- und Kostendefiziten in einigen anderen Standorten. Basierend auf diesen Entwicklungen wird insbesondere für das erste Halbjahr eine erhebliche Ergebnisbelastung erwartet. Für das Gesamtjahr 2019 rechnet Leoni aktuell mit rund 50 Mio. EUR Belastungen aus Merida. Zudem sind erwartete Ergebnisverbesserungen aus anderen Werken nicht eingetreten.

Insgesamt sieht sich das Unternehmen mit einem zunehmend herausfordernden Marktumfeld unter anderem in China konfrontiert. Zudem haben einige OEMs ihre Abrufe für die nächsten Monate im Bereich WSD deutlich gekürzt.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen hält der Vorstand nach aktueller Planung nicht länger an seinem am 7. Februar 2019 bekannt gemachten Ausblick für das Jahr 2019 fest. Damit ist auch die detaillierte Prognose aus dem Geschäftsbericht für das Jahr 2018 nicht mehr gültig. Aufgrund der aktuell im Bordnetzbereich an einigen Standorten bestehenden signifikanten Intransparenz hinsichtlich Kostenentwicklungen und künftiger Auftragslage sowie den Unsicherheiten im Automobilumfeld und der unsicheren Nachfrageentwicklung, hält es der Vorstand für ratsam zum jetzigen Zeitpunkt keinen überarbeiteten Ausblick für das Gesamtjahr 2019 abzugeben.

Kurzfristige Maßnahmen

Als Konsequenz aus den Anlaufschwierigkeiten in Merida hat der Vorstand die wichtigsten Projektanläufe mithilfe von externen Experten auf den Prüfstand gestellt. Diese Analyse ergab, dass nicht mit kritischen Risiken bei neuen Projektanläufen zu rechnen ist. Zudem wurde ein zentrales und unabhängiges Project Risk Office als Frühwarnsystem für mögliche Projektrisiken eingerichtet, das direkt an den Vorstandsvorsitzenden berichtet und zusätzlich eine zentrale Stelle zur Unterstützung von Projektanläufen geschaffen. Künftig wird es klarere Verantwortlichkeiten und eine Verbesserung bei der Projektsteuerung geben.

Zu den weiteren kurzfristigen Maßnahmen gehören die geplante Reduzierung von rund 2000 Stellen weltweit, davon bis zu 500 in Hochlohnländern, vor allem in indirekten Funktionen, und weitere personalbezogene Maßnahmen, wie unter anderem ein konzernweiter Einstellungsstopp sowie die Aufschiebung von Gehaltserhöhungen für außertarifliche und leitende Angestellte. Die Arbeitnehmervertreter werden in alle personalrelevanten Maßnahmen entsprechend einbezogen. (me)