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Unterstützung für das Projekt denovoCast: Personalisierte Hauttransplantate, automatisiert hergestellt

Schweizer Forscher arbeiten an der Entwicklung der ersten Maschine, die anhand von Gewebeproben personalisierte Hauttransplantate automatisiert herstellt. Das Projekt »denovoCast«, in dem das Biotech-Start-up Cutiss und das CSEM zusammenarbeiten, wird mit über CHF 800 000 von Innosuisse unterstützt.

Die Aufgabe:  Automatisieren, ohne an Qualität einzubüßen Bildquelle: © CSEM

Die Aufgabe: Automatisieren, ohne an Qualität einzubüßen

Weltweit erleiden jährlich 50 Millionen Menschen großflächige Hautverletzungen, beispielsweise durch Verbrennungen. Bisher sind Eigenhaut-Transplantationen die gängige Behandlungsmethode. Dieses Verfahren ist jedoch veraltet und hinterlässt Narben, die nicht nur unschön aussehen, sondern die Patienten auch in ihrer Bewegungsfreiheit einschränken. Die Haut wächst nicht mit und Narben erfordern oftmals Folgeoperationen, intensive Pflege zu Hause und psychosoziale Rehabilitation.

Personalisierte Hauttransplantate

Cutiss, ein Spin-off der Universität Zürich, bietet eine Alternative: personalisierte, dauerhafte Hauttransplantate, die biotechnologisch hergestellt werden und nach der Transplantation nur zu einer leichten Narbenbildung führen. Das Unternehmen hat DenovoSkin entwickelt, ein Produkt, das derzeit in Phase II einer klinischen Studie getestet wird. Bisher stellt das Unternehmen die Transplantate manuell her. Eine briefmarkengrosse Gewebeprobe der gesunden Haut des Patienten reicht für mehrere Transplantate.  Produziert wird in der Schweiz, in den Laboren von Wyss Zürich, die GMP-zertifiziert (Good Manufacturing Practices) sind.

Der darauffolgende Schritt in der Gewebezüchtung soll nun revolutioniert werden, indem eine automatisierte Produktion die aufwendige Handarbeit ablöst. Dadurch wird das Gewebe widerstandsfähiger, die Kosten können minimiert und der Herstellungsprozess skaliert werden.

Herausforderung: Automatisieren, ohne an Qualität einzubüßen

Um diesen Schritt zu schaffen, hat sich Cutiss mit dem Schweizer Forschungs- und Technologiezentrum CSEM zusammengetan und das Projekt »denovoCast« lanciert. Während 18 Monaten soll dabei ein innovativer Ansatz für die Automatisierung der Hautherstellung bei gleichbleibender Qualität des Gewebes erarbeitet werden. Innosuisse, die Agentur für Innovationsförderung des Bundes, hat dem Projekt kürzlich eine Summe von CHF 826 000 zugesprochen. Zusätzlich wird das Projekt im Rahmen von Horizon 2020 mit Fördergelder der Europäischen Union unterstützt.

Für Daniela Marino, CEO and Co-Gründerin ist das CSEM der ideale Projektpartner. Denn DenovoSkin kann den Patienten nur in grossen Mengen zugänglich gemacht werden, wenn der Herstellungsprozess automatisiert wird. Schätzungen zufolge beläuft sich allein der Markt für die Behandlung von Verbrennungen auf mindestens eine Milliarde Schweizer Franken. 

Die Maschine soll nur auf minimale Interaktion mit dem Nutzer angewiesen sein. Ist sie entwickelt, soll sie einfach in einem Betrieb vor Ort hergestellt werden können und dort Hautgewebe produzieren. Der erste Standort wird in Zürich sein. »Die Herausforderung ist, Hautgewebe in einer genügend grossen Menge wirtschaftlich herzustellen. Brandverletzte benötigen oftmals große Hautflächen und dies so schnell wie möglich.  Ein Team arbeitet an der Automatisierung und am Liquid-Handling. Ein weiteres entwickelt massgeschneiderten Laborbedarf für die Herstellung der Hauttransplantate. (me)