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Start-up des Monats: HKK Bionics: Zupacken trotz Handicap

Junge Gründer, große Ideen – Start-ups sind auch für die Medizin zu wichtigen Innovatoren geworden. Wir möchten einige dieser Köpfe genauer vorstellen. Dieses Mal: »HKK Bionics«. Das Unternehmen entwickelt bionische Orthesen für die oberen Extremitäten.

HKK Bionics Bildquelle: © HKK Bionics

Die beiden Gründer und Geschäftsführer Dominik Hepp (links) und Tobias Knobloch.

Wie lautet euer Elevator Pitch?

Menschen mit gelähmten Händen ihre Greiffunktion und damit ein Stück Lebensqualität zurück zu geben. Mit der »exomotion hand one« wollen wir dies erreichen. Moderne Fertigungsmethoden und traditionelle orthopädische Handwerkskunst vereinen wir zu einem kompakten Hightech-Produkt. Die Software mit zugehörigem Sensor erkennt die Bewegungsabsicht des Trägers und leitet die Bewegungen der Betätigungsmechaniken ein, welche die Finger öffnen und schließen. Ein funktionsfähiger Muskel ist ausreichend, um die ganze Orthese zu steuern. Patientenindividuell hergestellt ist unsere bionische Orthese der perfekte Begleiter für den Alltag und hilft ,Aufgaben wie Essen mit Messer und Gabel, Ankleiden oder beidhändiges Tragen selbstständig durchführen zu können.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Bereits während des Studiums initiierte Dominik Hepp, einer der Gründer, ein Forschungsprojekt zur Entwicklung einer Handprothese. Im Rahmen der Überführung der hierbei entwickelten Technologien in ein tragfähiges Geschäftsmodell wurde eine Marktnische im Bereich der Handorthetik identifiziert, weshalb der Fokus in diese Richtung verschoben wurde. So wurde der Grundstein für die Entwicklung der exomotion hand one gelegt.

Was war euer größter Erfolg?

Mit unserer ersten Finanzierungsrunde konnten wir Branchenexperten von unserer Idee und unserem Produkt überzeugen. Das zeigt das Vertrauen, das unsere Investoren in uns haben. Außerdem konnten wir als Gewinner der »VDE e-diale Zukunfts Challenge« auch viele andere Experten mit unserer Idee und unserem Produkt beeindrucken.

Und der größte Rückschlag?

Aufgrund der politischen Änderungen und der Einführung der MDR während unseres Entwicklungszeitraums sowie entwicklungstechnische Verzögerungen wurde unser Markteintritt mehrmals korrigiert. Diese Entwicklungen der Investorenseite mitzuteilen, gehörte nicht zu den einfachsten Momenten. Dies hat uns gelehrt, dass wir nicht alle Faktoren bei der Zeitplanung berücksichtigen können und immer unvorhergesehene Dinge auftreten können. Mittlerweile sind wir auf einem guten Weg, den geplanten Markteintritt auch einhalten zu können.

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Anmerkung: Dieser Beitrag stammt aus der Medizin+elektronik Nr. 5/2019.

Hier geht’s zu vollständigen Ausgabe.

 

Wo seht ihr euch in fünf Jahren?

In fünf Jahren wird unser Produkt in vielen europäischen Ländern erhältlich sein. Dabei ist die Orthese im Hilfsmittelverzeichnis gelistet und wird von den Krankenkassen übernommen, sodass möglichst viele Versorgungen stattfinden können. Außerdem wird es Orthesen in verschieden Varianten für die obere Extremität und weitere Indikationen geben.

Wie sieht die Medizin der Zukunft aus?

Künftig wird es immer mehr Orthesen und auch Prothesen geben, die in additiven Herstellungsverfahren gefertigt werden. Diese Entwicklung ist sowohl aus Patienten- als auch aus Herstellersicht wünschenswert. Patienten bekommen ein passgenaues und individualisiertes Hilfsmittel, mit dem sie Einschränkungen bestmöglich ausgleichen können. Hersteller, insbesondere Orthopädietechniker, profitieren von der Digitalisierung und damit von der Reproduzierbarkeit der Hilfsmittel. Auch werden weitere Marktfelder abgedeckt werden.

Fakten zum Start-up:
Anzahl der Kunden: -
Gründung: 2017
Mitarbeiter: 5
Finanzierung: Venture Capital

HKK Bionics GmbH
www.hkk-bionics.de

HKK Bionics Bildquelle: © HKK Bionics

Die Handorthese »exomotion« wurde als funktionelles und zuverlässiges Hilfsmittel für den Alltag entwickelt, um die Greiffunktion gelähmter Hände wieder herzustellen.