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Anwenderbericht Eizo: Bild- und Patientendaten ohne technische Hürden

Idealerweise sollten Operateur und Assistenz über separate Displays verfügen, um einen optimalen Überblick zu haben. Aus diesem Grund rüstete das Krankenhaus Dornbrin Ende 2018 im Rahmen des Neubaus seiner OP-Säle die bildgebenden Systeme auf und nutzt seitdem CuratOR Surgical Panels von Eizo.

Das SP1-24 stellt die zentrale Steuereinheit mit einer optionalen Touch-Bedienung dar. Bildquelle: © Eizo

Das SP1-24 stellt die zentrale Steuereinheit mit einer optionalen Touch-Bedienung dar.

Besonders in Stresssituationen muss die Bedienung der bildgebenden Elemente im OP einfach, schnell und übersichtlich erfolgen, damit das medizinische Personal nicht durch die Technik von komplizierten Eingriffen abgelenkt wird. »In unseren alten Operationssälen war das Handling der OP-Türme oftmals umständlich, weswegen wir unsere Videosysteme zusammen mit dem OP-Neubau modernisieren wollten«, sagt Peter Palombo, technischer Leiter des Krankenhauses Dornbirn. »Hierbei legten wir großen Wert auf eine intuitive Bedienung, einen optimalen Bildaufbau mit geringer Latenz und eine einfache Konfiguration des Systems.«

Daher veröffentlichte das Krankenhaus Dornbirn im Sommer 2017 eine Bestbieter-Ausschreibung für ein neues bildgebendes System. In den darauffolgenden Wochen wurden die unterschiedlichen Konzepte der jeweiligen Anbieter im Krankenhaus Dornbirn präsentiert; im Rahmen dieser Pitches überzeugte das Gesamtpaket mit den CuratOR Surgical Panels von Eizo. Der erste Bauabschnitt umfasste die Fertigstellung von vier Operationssälen, die im Dezember 2018 in Betrieb genommen wurden. Die Umsetzung eines zweiten Bauabschnitts mit den restlichen drei OPs ist bis Mitte 2019 geplant.

Klinikspezifische Bilddarstellung mit intuitiver Bedienbarkeit

Das Zentrum des neuen bildgebenden Systems in jedem Operationssaal sind die Surgical Panels des Typs SP1-24 und SP2-46T-24. Das SP1-24 bildet auf einem 24″-Bildschirm die zentrale Steuereinheit. »Bei der Entwicklung der Bedienoberfläche achten wir stets auf eine besonders einfache Handhabung für das OP-Personal und richten uns ganz nach den Wünschen der Anwender«, erläutert Matthias Lubkowitz, VICE President der Abteilung OR Solutions bei Eizo. Auch die Integration von Fremdsoftware sei dank des kompatiblen Systems möglich. »Wir passen uns dem Workflow des Krankenhauses an – nicht umgekehrt.« So unterstützt das System beispielsweise die üblichen Klinikstandards wie DICOM oder HL7, kann bei Bedarf aber auch die erforderlichen Datenelemente für das Krankenhaus konfigurieren und individualisieren. Auf diese Weise lassen sich klinikspezifische Anwendungen sogar kurzfristig vor Ort einbinden.

Eine Ergänzung des SP1-24 stellen die Surgical Panels des Modells SP2-46T-24 mit 46″ und 24″. Dabei handelt es sich um medizinische Bildbetrachtungssysteme mit Glasfront, die flächenbündig in die Glaswand der Räume integriert wurden und als Videoverteilsystem sowie Bildanzeige dienen. Das 46″-Display ist mit einer optionalen und intuitiven Touch-Bedienung ausgestattet und eignet sich dank seiner Größe ideal für die Darstellung von Bildern und Videostreams während der OP. Diese können gleichzeitig aus unterschiedlichen Quellen stammen. »Besonders einfach und nutzerfreundlich ist der vollautomatisierte Export der Bilddaten in unser Archivsystem«, so Palombo. Die Menüführung sei vollkommen intuitiv aufgebaut, sodass sich unser Personal ganz auf den Eingriff konzentrieren kann und nicht durch technische Hürden abgelenkt wird. Auch der Abruf von Daten aus dem zentralen PACS und KIS der Klinik erfolgt direkt auf dem System. So hat das OP-Personal immer Zugriff auf alle wichtigen Informationen.

Video-over-IP-Technik mit Lichtwellenleitern überträgt verlust- und latenzfrei

Zur schnellen Übertragung der Videodaten in Echtzeit nutzt das System Video-over-IP-Technik. Nur so sei es möglich, die enormen Datenmengen von Full-HD- und 4K-Videosignalen gleichzeitig und unkomprimiert zu übertragen. Hierfür wurden Lichtwellenleiter verlegt, die sich auch später für noch höhere Auflösungen wie 8K und 16K verwenden lassen. Allerdings stellte das Verlegen der Kabel eine besondere Herausforderung dar. »Lichtwellenleiter bestehen aus Glas und befinden sich in Operationssälen oftmals in beweglichen Medien-Versorgungseinheiten (DVE) – beispielsweise an der Decke. Daher muss sehr genau auf das Risiko eines Kabelbruchs geachtet werden«, erklärt Lubkowitz.

Eine weitere Herausforderung bei der Installation des Videosystems stellte das Einbinden der fremden Hardware wie des klinikinternen Netzwerkswitches dar. »Unser agiles Projektmanagement kann flexibel auf anwenderspezifische Wünsche und nicht definierte Schnittstellen reagieren«, führt Lubkowitz aus. »So war es uns möglich, sämtliche Bestandskomponenten schnell einzubinden – von C-Bögen über Endoskope bis hin zu mobilen OP-Werkzeugen.« Auch die spätere Integration neuer Komponenten ist über System mit Plug-and-Play möglich.

Die hauseigene Software CuratOR Caliop stellt das übergeordnete Steuersystem der gesamten Video-over-IP-Lösung mit CuratOR Alipe dar. Aus Gründen des Datenschutzes verarbeitet sie das Videosignal nur innerhalb eines abgeschlossenen Netzwerks pro Operationsraum. Erst nach Freigabe durch das verantwortliche Personal können die Daten verschlüsselt nach außen übertragen werden – etwa in einen anderen OP oder Konferenzraum.

Kundennahe Betreuung und schneller Support

Bevor das System live geschaltet wurde, nahm das gesamte OP-Personal an umfassenden Schulungen Teil. Innerhalb von vier Tagen gab es jeweils zwei Termine für sämtliche Mitarbeiter, um sich mit den neuen Geräten und deren Möglichkeiten vertraut zu machen. In den ersten Tagen des Betriebs wurde das Krankenhaus Dornbirn auch vor Ort betreut, sodass bei Rückfragen oder Änderungswünschen umgehend geholfen werden konnte. (me)