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Gründerpreis Mittelfranken 2019: IHK zeichnet Pharma-Start-up aus

HMG und Gründerin Herna Munoz-Galeano wurden mit dem Gründerpreis Mittelfranken 2019 ausgezeichnet. Der von der IHK Nürnberg für Mittelfranken 1996 ins Leben gerufene Preis ehrt jährlich besonders erfolgreiche Existenzgründungen und innovative Firmengründer in der Region.

Herna Munoz-Galeano, Gründerin und glückliche Preisträgerin Bildquelle: © HMG

Herna Munoz-Galeano, Gründerin und glückliche Preisträgerin

Herna Munoz-Galeano hat die HMG Systems Engineering GmbH (HMG) laut eigener Aussage im Jahr 2014 mit der Vision gegründet, dass jeder Patient von Anfang an die richtige Medikation in der richtigen Dosis erhält. Denn jeder Mensch verarbeitet Medikamente unterschiedlich. Verantwortlich dafür sind seine individuellen genetischen Merkmale. Die rasante Entwicklung der Molekularbiologie ermöglicht es, auch den Einfluss der genetischen Merkmale eines Menschen auf die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Medikamenten zu bestimmen. Dieses Fachgebiet wird Pharmakogenetik genannt.

Bis jetzt hätten Ärzte keine oder nur stark eingeschränkte Möglichkeiten gehabt, Erkenntnisse der Pharmakogenetik in ihre tägliche Verschreibungspraxis mit einzubeziehen. Zusätzlich zu den Gen-Wirkstoff-Interaktionen muss ein Arzt bei der Vergabe der Medikation auch die Wechselwirkungen der Medikamente untereinander betrachten. Diese komplexe Problematik müssen Ärzte innerhalb kurzer Zeit bei jeder Medikamenten einstellung lösen. Jedem Arzt zu ermöglichen, eine maßgeschneiderte Medikation für seine Patienten zu verschreiben, motivierte Herna Munoz-Galeano und ihr Team zur Entwicklung der Software-Plattform PGXperts.

In wenigen Schritten zur personalisierten Medikation

Das Ziel ist es, jedem Arzt gesichertes und schnell anwendbares Wissen über das Zusammenspiel zwischen Arzneimitteln und den genetisch bedingten Stoffwechseleigenschaften eines Patienten zur Verfügung zu stellen. Mit Informationen zu pharmakogenetischen und pharmakologischen Interaktionsrisiken kann, innerhalb von Sekunden, die Medikation individuell für einen Patienten optimiert und die Arzneimitteltherapiesicherheit erhöht werden. Dafür interpretiert die Software relevante pharmakogenetische Informationen des Patienten. Kernstück ist eine eigene pharmakogenetische Datenbank, die den aktuellen Stand der Wissenschaft widerspiegelt. Aktuell werden 173 genetische Variationen, 40.000 Arzneimittel sowie 60 Nahrungs- und Genussmittel berücksichtigt.

Mit PGXperts bietet laut Unternehmen einen einfachen Stratifizierungsansatz für eine personalisierte Medikation in der täglichen Praxis. Im ersten Schritt können Ärzte innerhalb von Sekunden über eine Online-Anwendung in ihrer Praxis oder mobil bei Hausbesuchen die Medikation überprüfen und Interaktionsrisiken identifizieren. So stellen die Mediziner sofort fest, ob ein genetischer Test vor dem Verschreiben eines Medikamentes notwendig oder empfehlenswert ist. Sollte dies der Fall sein, ist als zweiter Schritt eine pharmakogenetische Untersuchung zu erwägen. Dafür kooperiert HMG mit dem Institut für Humangenetik des Universitäts¬klinikums Bonn unter Leitung von Prof. Dr. Markus Nöthen. Ergebnisse und Interpretation der Untersuchung werden innerhalb einer Woche an den behandelnden Arzt gesendet. Der Bericht bietet dem Arzt die detaillierte Entscheidungsgrundlage für die Optimierung der aktuellen Medikation.

Als dritter Schritt erhält der Patient sein persönliches pharmakogenetisches Profil (PGx-Profil), um zukünftige Änderungen der Medikation abzusichern. Das PGx-Profil enthält eine Übersicht aller pharmakogenetischen Merkmale eines Patienten und den damit verbundenen Wirkstoffen, klassifiziert nach Schweregrad der Interaktionen. Aktuell im deutschsprachigen Raum verfügbar, wird PGXperts in naher Zukunft auch international angeboten.(me)