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Optimiertes Design bei ZVK: Zentraler Venenkatheter wird im Körper weicher

Produkt | Auf der diesjährigen Compamed in Düsseldorf stellt Flexan ein neues Design für zentrale Venenkatheter aus einem speziellen Urethanmaterial, das starr in den Körper eindringt, dann jedoch weicher wird. Dieses Polymer wird verwendet, um Katheter mit kleinem Durchmesser zu umspritzen.

Medizintechnik-Hersteller fertigt ZVK aus speziellem Urethanmaterial, das im Körper weicher wird. Bildquelle: © Flexan

Medizintechnik-Hersteller fertigt ZVK aus speziellem Urethanmaterial, das im Körper weicher wird.

Bei zentralen Venenkathetern (ZVK) handelt es sich um Katheter, die über eine große, herznahe Vene bis in die obere oder untere Hohlvene – kurz vor dem rechten Vorhof des Herzens – geschoben werden. Eigentlich ist das Anlegen eines ZVK ein minimal-invasiver Eingriff, dennoch sind dabei unter anderem eine Fehlpunktion, die Perforation einer Vene oder Beschädigungen von Nerven in der Nähe möglich. Dies kann Komplikationen verursachen, die die Gesundheit des Patienten gefährden und die Behandlungskosten erhöhen.

Spezielles Material und neu designte Katheterspitze

Um diese Risiken  noch weiter zu minimieren, hat ein internationales Medizingeräteunternehmen die Experten von Flexan damit beauftragt, die kritischen Herstellungsprozesse für einen ZVK mit einem optimierten Design zu entwickeln, das das Einführen und richtige Positionieren deutlich erleichtert. Zur Unterstützung des Projektes setzte der Auftragsfertiger mehr als zwei Jahrzehnte an spezifischer PICC-Katheterdesign- und Fertigungserfahrung ein.

So nutzte Flexan beispielsweise eine Polyurethan-Materialtechnologie, um die Anforderungen des Auftraggebers zu erfüllen: »Wir konnten mit einem Urethanmaterial formen, das im starren Zustand in den Körper eingeführt wird, dort aber aufgrund der Körpertemperatur sofort weicher wird«, so Eric King, V.P. und General Manager bei Flexan. Das spiele eine wichtige Rolle, um Komplikationen bei der Katheterpositionierung zu reduzieren.

Kunststoff minimiert Risiken

Allein in den USA werden jedes Jahr mehr als 5 Mio. zentrale Venenkatheter (ZVK) gesetzt, was 15 Mio. Behandlungstagen entspricht. In Deutschland liegt dieser Wert allein auf Intensivstationen bei 4,8 Mio. Der Einsatz dieser Katheter ist mit einigen Risiken für den Patienten verbunden: Die möglichen Komplikationen reichen von Verletzungen von Gefäßen sowie Nerven über Infektionen bis hin zu Pneumothoraxen, Luftembolien oder Kathetersepsen, die tödlich enden können. Zudem steigen durch diese Folgeerkrankungen die Gesundheitskosten drastisch.

Aus diesem Grund gibt es in der Medizintechnik seit längerem Bemühungen, mit neuen Fertigungsverfahren Designs zu realisieren, die diese Gefahren minimieren. So kommt unter anderem Kunststoff zum Einsatz, um dünnwandige 5FR-Dreifachlumen-, 4FR-Doppellumen- und 3FR-Einfachlumen-PICCs mit kleinem Durchmesser zu umspritzen. Zudem entwarf und produzierte Flexan einen 4FR-Katheter, der die gleichen Lumen aufweist wie herkömmliche 5FR-Katheter, aber einen um 14 Prozent kleineren Durchmesser besitzt. Ein Überblick über die Fertigungsdienstleistungen und -verfahren von Flexan, die für die Fertigung von Kathetern zur Verfügung stehen, wird auf der diesjährigen Compamed (Halle 8b/ Stand F20-1) präsentiert. (me)

Schlagworte: Compamed, Katheter, Kunststoff

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