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Augmented Reality: Mehr Effizienz in der medizinischen Ausbildung

Techniktrend | Augmented Reality hat bereits in der Tech-Branche durchgesetzt hat. Doch was viele nicht wissen: Die Technik dient nicht nur der Unterhaltung. Mittlerweile wird sie immer häufiger in professionellen Anwendungsbereichen eingesetzt, so auch in der medizinischen Ausbildung.

Mithilfe von AR-Anwendungen ergeben sich beispielsweise neue Möglichkeiten bei der Ausbildung von angehenden Ärzten und medizinischem Fachpersonal. Bildquelle: © Enterprise Ireland

Mithilfe von AR-Anwendungen ergeben sich beispielsweise neue Möglichkeiten bei der Ausbildung von angehenden Ärzten und medizinischem Fachpersonal.

Beschäftigte und Studierende im Medizinsektor profitieren gleichermaßen von neuen Technologien. Der Einsatz von Augmented und Mixed Reality ermöglicht eine bislang ungeahnte Effizienz und revolutioniert so die medizinische Ausbildung. So lassen sich Vorgänge und Prozesse beispielsweise zeitunabhängig veranschaulichen. Zudem muss bei einem wesentlichen Teil der medizinischen Ausbildung nicht länger auf physische Modelle zurückgegriffen werden.

So können Dozenten virtuelle und physische Sektionen aufzeichnen und Medizinstudenten zur Verfügung stellen. Das heißt,  sie müssen nicht länger passiv im Hörsaal oder Seminarraum sitzen. Mit der heute verfügbaren Technologie können sie bereits virtuell Schnitte von Organen erstellen, Organe sezieren und diese mithilfe von Augmented Reality von allen Seiten betrachten.

Animation statt Leichensektion

Auch die Frage nach der praxisnahen Lehre spielt diesbezüglich eine wichtige Rolle. Wie realistisch ist eine Leichensektion? Und wie realistisch ist im Vergleich hierzu die durch die Medizintechnik ermöglichte virtuelle Variante? »Bei Leichensektionen können Dozenten und Studenten nur an toten Körpern arbeiten«, erklärt John Moore, CEO von 3D4Medical. Das Unternehmen aus Irland entwickelt und vertreibt selbst Augmented und Mixed Reality-Anwendung für die Medizin.

»Mit einer Technologie wie dem Complete Heart kann die Sektion an einem schlagenden Herzen erfolgen«, so Moore.  Beispielsweise lasse sich die Entstehung von Endokarditiden (Entzündung der Herzinnenhaut) auf den Herzklappen und deren Auswirkungen in Echtzeit verfolgen. Die Abläufe im Körper können verlangsamt dargestellt werden, um die Folgen eines Problems bei den Herzklappen für den Blutkreislauf sichtbar zu machen.

AR kombiniert mit Künstlicher Intelligenz

Ein Großteil des Potenzials der Technologie liegt nicht im bloßen Einsatz von AR, sondern in der Kombination mit Künstlicher Intelligenz (KI). Die Idee: Die Samrtglasses von Chirurgen erkennen selbstständig, was diese gerade sehen,  eine Aorta, eine Vene oder einen Nerv, der nicht durchtrennt werden darf. Somit sind sie in der Lage, Anwender und sogar Neulinge sicher durch jede Operation zu führen. KI-Brillen werden einzelne Abschnitte im Blickfeld hervorheben und bezeichnen.

 »Bei einigen Operationen tritt viel Blut oder Rückenmarksflüssigkeit aus: Dies stellt ein Risiko dar, da es den Sichtbereich des Chirurgen einschränkt, der die Operation dann praktisch blind durchführen muss«, gibt Moore zu bedenken. Hier zeige sich der Vorteil von Overlays und Bezeichnungen, die vor der Operation anhand eines 3D-Scans der Körper von Patienten erstellt wurden. Der Chirurg sieht trotz des Blutes und der Rückenmarksflüssigkeit ein fotorealistisches Bild des fraglichen Körperteils. »Dadurch sinkt das Risiko deutlich, dass wichtige Nerven durchtrennt werden oder Operationsbesteck zurückbleibt.«

Fazit & Ausblick

Augmented Reality verhilft zu deutlichen Verbesserungen, von denen alle profitieren. Operationen werden sicherer, wenn Chirurgen den Körper in der Ausbildung und bei Operationen mit einer Genauigkeit betrachten können, die sich mit bloßem Auge nicht erreichen lässt.

Schlagworte: Augmented Reality (AR), Mixed Reality, Künstliche Intelligenz (KI), Medizinsche Ausbildung, Chirurgie