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Sprechstunde am Mittwoch: Crispr-Chip: Kein sauberer Schnitt

Kaum ein Verfahren ist so umstritten wie die Genschere Crispr. Kein Wunder, weckt sie doch Hoffnungen und Ängste gleichermaßen. Insbesondere die Meldungen aus China geben immer wieder Anlass für Kritik. Aus Amerika kommt nun endlich eine positive - Elektronik sei Dank.

Melanie Ehrhardt, Redakteurin Medizin+elektronik Bildquelle: © Weka

Melanie Ehrhardt, Redakteurin Medizin+elektronik

Liebe Leser,

sie gilt als einer der größten wissenschaftlichen Revolutionen der letzten Jahre: Die Genschere Crispr soll Genom Editing schneller, einfacher und billiger machen. Befürworter hoffen auf das Ende von Krebs und Diabetes. Kritiker befürchten die Manipulation von Embryonen. Konnte sich die Fachwelt anfänglich vor Begeisterung kaum beherrschen, sind die Jubelrufe mittlerweile leiser geworden. Manch einer möchte das Verfahren zum Teil ganz verbieten.

Ausschlaggebend dafür ist unter anderem die Geburt zweier Babys im vergangenen Jahr, deren Genom der chinesische Wissenschaftler He Jiankui manipuliert haben will. Das Problem: Das Genom Editing mit Crispr ist zwar einfach, aber nicht sehr präzise. Das System macht Fehler und könnte auch an anderen Stellen im Genom eingreifen. Doch was wäre, wenn man die Schneidefunktion einfach »ausschaltet«? Wissenschaftler haben genau das jetzt getan und einen Crispr-Chip entwickelt, der Mutationen zwar erkennt, aber nicht herausschneidet.

Melanie Ehrhardt