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Digitale Gesundheitskarte: Außer Spesen nichts gewesen

Die digitale Gesundheitskarte ist vor allem eins: teuer! Rund eine Milliarde Euro hat deren Entwicklung bisher gekostet. Dass auch nach 14 Jahren nicht mehr als Modellprojekte herausgekommen sind, ist für Bundesgesundheitsminister Spahn »völlig inakzeptabel«.

Jens Spahn Bildquelle: © BMG

Jens Spahn

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Zweifel daran geäußert, dass die elektronische Gesundheitskarte in ihrer derzeitigen Form sinnvoll ist. »Die Zeit von Kartenlesegeräten an Desktop-Computern als alleinige, vorgeschriebene Login-Variante ist in jedem Fall aus meiner Sicht nicht der Zugang, den sich die Bürger im Jahre 2018 mehrheitlich wünschen «, so Spahn in einem Interview mit der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«.

Röntgenbilder anzeigen, Rezepte abspeichern, Diagnosen und Arztbriefe dokumentieren, oder gar eine elektronische Patientenakte sein. Die elektronische Gesundheitskarte sollte  Ärzten, Patienten und Krankenkassen das Leben erleichtern – zumindest in der Theorie. Doch auch nach 14 Jahren Entwicklungszeit wird von den technischen Möglichkeiten nahezu nichts umgesetzt.  Spahn nennt das »völlig inakzeptabel« und fordert, die Digitalisierung des Gesundheitswesens mit den Plänen für ein Bürgerportal zu koordinieren. »Ich will nicht, dass man eine digitale Identität für die Steuererklärung braucht, eine, um seinen Pass zu beantragen und eine dritte im Gesundheitswesen.«

Krankenkassen wollen nicht mehr warten

Was komplex klingt, ist für den Gesundheitsminister eigentlich ein Selbstläufer – wenn für alle ein Mehrwert erkennbar sei. »Es muss cool werden, dabei zu sein, für Ärzte und Patienten, weil beide die Vorteile in der Versorgung erleben.« In den nächsten Monaten will Spahn analysieren, wo Deutschland bei der elektronischen Gesundheitskarte und der Digitalisierung des Gesundheitssystems steht. Erst danach wolle er entscheiden, wie sein Ministerium weiter vorgeht.

Während der Minister sich noch etwas Bedenkzeit gibt, nehmen ihm die Kassen die »digitale Butter vom Brot«. Erst Ende April stellte die Techniker Krankenkasse ihre eigene elektronische Patientenakte vor.  Nicht ganz zur Freude von Patientenschützer und die Verbraucherzentralen, die auf einheitliche Standards pochen. Spahn sieht das weniger kritisch. Wichtig sei seiner Meinung nach, dass diese so konzipiert sind, »dass sie ins Gesamtkunstwerk integriert werden können«. (me)