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Depressions-Prävention per App: KI erkennt emotionales Wohlbefinden von jungen Menschen

Im Rahmen des EU-Forschungsprogramms Horizon 2020 forscht ein Startup an der verbesserten Früherkennung von psychischen Erkrankungen wie Depression oder Burnout. Ziel ist die Entwicklung einer speziellen App zur Prävention und optimierten Therapie.

Laut WHO leiden rund 322 Mio. Menschen an einer Depression Bildquelle: © Pixabay

Laut WHO leiden rund 322 Mio. Menschen an einer Depression

Das Audio-Analyse Startup audEERING arbeitet im Verbund des EU-geförderten Forschungsprojekts ECoWeB zusammen mit anderen Konsortialpartnern an einer personalisierten Self-Assessment-App, die eine zuverlässige Erkennung des emotionalen Zustands junger Menschen sowie eine gezielte Förderung ihres seelischen Wohlbefindens ermöglicht. Nutzer können mithilfe der App zukünftig ihre emotionalen Defizite identifizieren und diese durch gezieltes Training ihrer Emotionssteuerung und Impulskontrolle minimieren.

Das Ziel des Projekts ist dabei die belastbare Analyse der mentalen Widerstandsfähigkeit junger Menschen in emotional herausfordernden Situationen wie Stress, Rückschläge oder Ungewissheit. Zentraler Kern ist hierbei die Emotionserkennung aus der Stimme, die auf Basis der sensAI-Technologie von dem Start-up aus München erfolgen soll. Hierbei können über 50 Sprechzustände und Emotionen wie Wut oder Angst anhand von Erregtheit und Valenz zuverlässig erkannt werden. Bereits kürzeste Sprachaufnahmen von wenigen Sekunden können in Echtzeit grundlegende Erkenntnisse zum emotionalen Zustand des Nutzers liefern. Gezielte Gegenmaßnahmen bei psychischen Störungen können so schneller identifiziert und zugeordnet werden. (me)

Um weltweit junge Menschen zu erreichen, befasst sich audEERING mit der Skalierbarkeit und massentauglichen Anwendung der Technologie unabhängig von dem jeweiligen Endgerät mit einer zentralen Datenbasis. Der leichte Zugang und die benutzerfreundliche Bedienung ist besonders für junge Nutzer existenziell. Das Konsortium setzt auf Interaktivität durch die Gestaltung von personalisierten Avataren im Bereich des Verhaltens-Monitorings sowie Gamification, um spielerisch Anreize zu setzen.

»Die größten Herausforderungen im Kampf gegen psychische Erkrankungen sind neben der möglichst frühen validen Diagnose insbesondere die zielgerichtete Intervention sowie Prävention negativer sozialer Einflüsse wie Ausgrenzung«, erklärt Dagmar Schuller, Co-Founder und CEO von audEERING. Oft würden sich Betroffene scheuen, ihre Befindlichkeiten in der eigenen Familie oder gegenüber einem Arzt zu äußern. Die Symptome werden deshalb oft zu spät erkannt. Eine frühzeitige Therapie könnte hier einen wesentlichen positiven Beitrag leisten. »Die intelligente Analyse der menschlichen Stimme über eine App bietet die große Chance, junge Menschen individuell zu erreichen, ihnen die Angst vor der Kommunikation ihrer Gefühle zu nehmen und valide Aussagen über ihren emotionalen Zustand zu treffen«, so Schuller weiter.