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Pilotprojekt hinter Gittern: Telemedizin in der JVA

Baden-Württembergs Minister der Justiz und für Europa, Guido Wolf, hat das bundesweit Pilotprojekt zur Erprobung der Telemedizin in Justizvollzugsanstalten des Landes vorgestellt. Das Pilotprojekt ist seit Juni dieses Jahres schrittweise bei sechs Justizvollzugsanstalten an den Start gegangen.

Guido Wolf (l, CDU), Justiz- und Europaminister von Baden-Württemberg, und Dr. Ulrich Clever (r), Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg Bildquelle: © Sebastian Gollnow/dpa

Guido Wolf (l, CDU), Justiz- und Europaminister von Baden-Württemberg, und Dr. Ulrich Clever (r), Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg

Minister Wolf sagte: »Die medizinische Versorgung gestaltet sich insbesondere in den Abend- und Nachtstunden sowie an Wochenenden und Feiertagen nicht einfach.« Aber auch die Ausführungen zu Ärzten außerhalb der Justizvollzugsanstalten sei mit einem enormen Personal- und Kostenaufwand verbunden und begründe zugleich ein Sicherheitsrisiko. »Die Telemedizin hat ein großes Potential, unsere Bediensteten im Justizvollzugsdienst zu entlasten und die medizinische Versorgung der Gefangenen zu verbessern.«

Als Genehmigungsinstanz für Modellprojekte lege die Landesärztekammer Baden-Württemberg bei ausschließlichen ärztlichen Fernbehandlungen größten Wert auf Patienten- und Datensicherheit sowie Qualität. Ärztinnen und Ärzte würden für die besondere Behandlungssituation und Zielgruppe speziell geschult. Zudem seien wissenschaftliche Begleitevaluationen zwingend, so Dr. Ulrich Clever,  Präsident der Landesärztekammer Baden-Württemberg.

Das Pilotprojekt ist seit Juni dieses Jahres schrittweise bei sechs Justizvollzugsanstalten des Landes an den Start gegangen. Der Dienstleister gewährleistet die Zuschaltung eines Allgemeinarztes und eines Psychiaters innerhalb weniger Minuten zu jeder Tages- und Nachtzeit an jedem Wochentag. Die Behandlung der Gefangenen vor Ort erfolgt in den Krankenabteilungen der Anstalten. Dort werden die Gefangenen von Mitarbeitern des Krankenpflegedienstes unmittelbar betreut. Der Krankenpflegedienst kann bei Bedarf als verlängerter Arm des Telemediziners bei der Diagnostik und der Behandlung tätig werden. Die Kosten des sechsmonatigen Modellprojekts und die zwingende wissenschaftliche Begleitstudie belaufen sich auf circa 470.000 Euro. (dpa/me)