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Telemonitoring: So wird das IoT zur Medizin für das Gesundheitssystem

Die direkte Kommunikation zwischen Arzt und Messgerät macht die Übertragung sensibler Daten über Umwege wie Smartphones und Apps überflüssig. »Connected Care Services« sollen die Wartezimmer entlasten und die Fernbehandlung auch für Patienten in ländlichen Gebieten abseits vereinfachen.

Vodafone Bildquelle: © Medisanté

Die Patientenbetreuung via Telemonitoring soll dazu beitragen, Notfälle sowie kostspielige Wiederaufnahmen zu vermeiden.

Etwa sieben Stunden verbringt jeder Deutsche im Jahr in Wartezimmern von Arztpraxen. Noch – denn vernetzte Technik kann unnötige Wartezeiten in Arztpraxen und überflüssige Besuche in Notaufnahmen verhindern. Möglich macht das unter anderem der Connected Care Service von Medisanté. Er sorgt mit Hilfe von Vodafones Mobilfunknetz für die direkte Übertragung der Daten von Messgeräten bei Patienten zum Arzt. Der kann so viel einfacher seine Patienten behandeln – und das sogar, wenn die zu Hause sind. Bei chronisch kranken Patienten hat der Hausarzt die kompletten Vitaldaten jederzeit bereits ausgewertet vorliegen. Nur wenn sich diese verschlechtern, bittet der Arzt den Patienten kurzfristig und bevor es zum Notfall kommt in die Praxis.

Die Hausarztpraxis der Zukunft 

Der Patient muss bei den Routinebesuchen bei seinem Hausarzt nicht mehr warten, bis dieser seine Blutdruck- und Blutzuckerwerte ausgewertet hat. Ein Kombi-Gerät ermittelt beide Werte und sendet die Daten über eine gesicherte Vodafone-Verbindung direkt zum Arzt. Der sonst übliche Umweg über eine globale Cloud und ein Smartphone entfällt. Die Entwicklung der Blutdruck- und Blutzuckerwerte seiner Patienten kann der Arzt jetzt täglich auswerten – und so jederzeit bei Bedarf die Medikation anpassen. Verschlechtern sich die Werte, kann der Arzt mit dem Patienten sofort in Kontakt treten und einen Besuch in der Notaufnahme vermeiden. 

»Mit dem Internet der Dinge vernetzen wir alles. Von Blutdruck- oder Blutzuckermessgeräten bis zu intelligenten Körperanalyse-Waagen zur Früherkennung von Herzinsuffizienz«, erklärt Jochen Busch, Head of IoT-Central Europe von Vodafone. Die Geräte von Medisanté übertragen die Daten zum Arzt über die sichere Mobilfunkverbindung nahezu in Echtzeit. Routine-Besuche, die dem Auslesen und Auswerten von Vital-Daten dienen, würden verkürzt oder könnten ganz aus der Ferne gehandhabt werden. »Das schafft bei Patienten und Ärzten Zeit für Notfall-Untersuchungen und ausführliche Gespräche.«

Grundlage für die Messungen des Patienten zu Hause ist das erste 2in1 Blutdruck- und Blutzuckermessgerät von Medisanté mit geprüfter Messgenauigkeit der European Society of Hypertension (ESH). »Mit unseren medical-grade-vernetzten Geräten kommen auch ältere Patienten sehr gut zurecht, da sie für die Datenübertragung keine Bluetooth-Synchronisierung mit einem Smartphone, Konfiguration oder das Herunterladen mobiler Apps mehr benötigen«, erklärt Gilles Lunzenfichter, Vice President Sales and Marketing bei Medisanté. Für besonders hohe Sicherheit im IoT sorgen die fest in den Geräten verbauten IoT-SIM-Karten von Vodafone, die ausschließlich verschlüsselt und direkt mit dem Dashboard beim Arzt kommunizieren. Dank internationalem Roaming erreichen auch die im Urlaub gemessen Daten den Arzt. Die IoT-Verbindung erfolgt über eine spezielle Plattform des Mobilfunkunternehmens. Die Daten werden ausschließlich auf dafür streng zertifizierten Servern im Land selbst gespeichert. Zudem hat ausschließlich der berechtigte Dashboard-Nutzer Zugang. Die verbauten IoT-SIM-Karten selbst können durch die IoT-Plattform von Vodafone gemanaged werden. »Der Arzt hat nun dank unserer weltweiten IoT-Partnerschaft mit Vodafone und der neuen Medisanté-ELIOT-Plattform einen direkten Zugriff auf Vital-Daten seiner chronisch kranken Patienten in Echtzeit, egal, wo sie sich aufhalten«, so Lunzenfichter weiter. 

Jederzeit abrufbar

Die ELIOT-Plattform besteht aus dem Gateway, das die Daten an die richtige Zieladresse sendet, dem Device-Manager, der die Geräte verwaltet und orchestriert, sowie der Instanz, in der die Ärzte und Patienten registriert sind, sich diese einloggen und ihre Daten verwalten. Auch die Verbindung zwischen Patient und Gerät findet hier statt. Über die Benutzeroberfläche werden die Messdaten auf mehreren Ebenen dargestellt. Damit ermöglicht die Lösung dem Arzt wie auch dem Patienten einen schnellen Überblick über den Krankheitsverlauf. Das Interface kann auf verschiedenen Geräten wie PC, Laptop, Tablet oder Smartphone verwendet werden. Der Arzt kann für die Daten seines Patienten zudem Grenzwerte festlegen, um automatisch informiert zu werden, sobald diese überschritten werden. 

Dieser Beitrag stammt aus der Medizin+elektronik Nr. 5 vom 10.09.2018. Hier geht’s zur vollständigen Ausgabe. 

 

Vodafone Bildquelle: © Medisanté

Connected-Care- Geräte erfassen die vom Patienten selbst gemessenen Daten (PGHD) in Echtzeit.