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Penzberger Sprechstunde: Digitalisierung im Gesundheitswesen – Segen oder Fluch?

Roche und das Penzberger Klinikum luden am 8. November zur Penzberger Sprechstunde, um die Digitalisierung aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Kernthemen bildeten die Möglichkeiten und Grenzen der Digitalisierung im Gesundheitswesen sowie der verantwortungsbewusste Umgang mit Daten.

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion im Gespräch (v. l. n. r.): Eva Schumacher-Wulf (Brustkrebsmagazin Mamma Mia!), Dr. Anja Schramm (AOK Bayern), Dr. Florian Brändle (Klinikum Penzberg), Henning Franke (Digital Transformation Officer, Roche Diagnost Bildquelle: © Roche

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion im Gespräch (v. l. n. r.): Eva Schumacher-Wulf, Dr. Anja Schramm, Dr. Florian Brändle, Henning Franke, Dr. Georg Münzenrieder, Dr. Franziska Mech und Michael Knall

Durch die Digitalisierung erlebt das Gesundheitswesen gerade einen der größten Umbrüche in der Geschichte. Welche Vorteile eröffnen sich für Patienten und Behandler, welche Chancen bieten sich künftig für eine bessere Versorgung, welche politischen Rahmenbedingungen sind notwendig, welche Risiken und Gefahren könnten durch die Datennutzung entstehen? Diesen und weiteren Fragen widmeten sich Experten bei der Penzberger Sprechstunde am 8. November im Biotechnologie-Zentrum von Roche.

Den Auftakt bildeten die Impulsvorträge von Dr. Franziska Mech (Data Scientist bei Roche in Penzberg) zu den Chancen der Digitalisierung in der Pharmaforschung und Eva Schumacher-Wulf (Chefredakteurin des Brustkrebsmagazins Mamma Mia!) zu Datenschatz und Datenschutz aus Patientensicht. Die Digitalisierungsthematik aus ärztlicher Sicht beleuchtete Dr. med. Florian Brändle, Ärztlicher Direktor Klinikum Penzberg und Mitveranstalter. Zur anschließenden Podiumsdiskussion brachten zudem Dr. Anja Schramm (AOK Bayern), Dr. Georg Münzenrieder vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege und Michael Knall, Leiter IT und Datenschutzbeauftragter der Starnberger Kliniken GmbH, zu denen auch das Klinikum Penzberg gehört, ihre Perspektive ein.

Mehr Zeit und bessere Möglichkeiten zum Wohle des Patienten

Eine enorme Erleichterung für behandelnde Ärzte sowie eine deutliche Verbesserung für Patienten prognostizierte Dr. Florian Brändle vom Penzberger Klinikum. So wären beispielsweise bei der Visite alle Untersuchungsergebnisse auf dem Notebook oder Tablet verfügbar und der Patient profitiert von einer schnellen und zielgerichteten Diagnose und Behandlung. »Die Digitalisierung hilft uns bereits heute, Zeit zu sparen. In Datenbanken können wir schnell und zuverlässig Informationen über Neben- und Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Medikamenten abrufen.« Gleichzeitig definiert Brändle aber auch die Grenze der Digitalisierung: Das persönliche Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patienten stehe an oberster Stelle und müsse weiterhin die Basis des ärztlichen Handelns bleiben.

Patientenvertreterin und Chefredakteurin Eva Schumacher-Wulf relativierte die Befürchtung des gläsernen Patienten: »Wer soziale Medien nutzt, ist schon jetzt transparent.« Sie sieht in der Digitalisierung und der einhergehenden Datenmenge eine große Chance für die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente und Therapien, um Patienten schonend, effektiv und personalisiert zu behandeln. »Ich möchte alle meine Befunde auf einer Karte, damit sie beim Gespräch mit dem Arzt gleich verfügbar sind.« Ihr Wunsch ist es, dass Patienten selbst bestimmen, was mit ihren Daten passiert:

Daten als Basis für die Entwicklung personalisierter Medizin

Auch Data Scientist Dr. Franziska Mech von Roche unterstrich die Möglichkeiten einer personalisierten Medizin zum Wohle der Patienten und plädierte für die enormen Chancen in der Forschung durch die Digitalisierung und der einhergehenden Daten. Die Analyse großer Bestände an klinischen Daten bildet das Fundament für die personalisierte Medizin. »Mit der Digitalisierung wird die Forschung schneller und effektiver. Patienten profitieren so von einer schnellen und genauen Diagnose sowie individuellen Therapiemöglichkeiten.«

In der  Diskussion  waren sich zum Punkt Datenhoheit alle einig: Herr der personenbezogenen Daten müsse derjenige sein, dem sie gehören, sprich der Patient. Ein großes Anliegen seitens Politik und Versicherern ist es, entsprechende Rahmenbedingungen für die Digitalisierung zu schaffen und alle Beteiligten ins Boot zu holen, um einen verantwortungsvollen Umgang mit den Gesundheitsdaten zu gewährleisten aber auch die Datennutzung zu vereinfachen. (me)