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Digitalisierung der Pharmaindustrie: Wachstum über die Medikamentenentwicklung hinaus

Im Zuge der zunehmenden Demokratisierung und Digitalisierung des Gesundheitswesens entwickeln sich Patienten zu den Hauptentscheidungsträgern. Was das konkret für die Pharmaindustrie heißt, zeigt eine aktuelle Studie.

Arzt mit Tablet (Symbolbild) Bildquelle: © Designed by Creativeart/Freepik*

Arzt mit Tablet (Symbolbild)

Die Pharmaindustrie ist aktuell in einem Umbruch und versucht eine ausgewogene Balance zwischen dem Bedarf an Blockbuster-Medikamenten und der Notwendigkeit einer verbesserten operativen Effizienz in einem zunehmend wettbewerbsorientierten Marktumfeld aufrecht zu erhalten. Im Zuge der zunehmenden Demokratisierung des Gesundheitswesens entwickeln sich Patienten zu den Hauptentscheidungsträgern. Der Eintritt neuer und bisher im Markt nicht vertretener Technologiefirmen, wie Apple, Facebook und Google macht diesen Schritt möglich und zwingt Pharmaunternehmen über die reine Medikamentenentwicklung hinaus zu denken.

»Die digitale Transformation in der Pharmabranche wird zu einer tektonischen Verschiebung der Art und Weise führen, wie Unternehmen und Interessengruppen traditionell Geschäfte tätigen, und zwar indem neuartige Geschäfts- und Datenmonetarisierungsmodelle und Investitionsmöglichkeiten eingeführt werden«, erklärt Neelotpal Goswami, Senior Industry Analyst in Frost & Sullivans globaler Transformational Health Abteilung. Die Hinwendung zu einem wertorientierten Versorgungsmodell treibe den Bedarf an einer verbesserten Medikamenteneinhaltung und -wirksamkeit sowie deren Effizienz, was wiederum die Notwendigkeit zur Optimierung ihrer Wirkung mit sich bringe.

Die aktuelle Frost & Sullivan Studie Digital Transformation In Pharmaceuticals Industry, 2018, Companies-To-Action liefert eine Analyse der wichtigsten digitalen Enabler, wie etwa Künstliche Intelligenz (KI), Big Data, Internet of things (IoT) und Blockchain, welche dafür Sorge tragen, dass sich eine digitale Kontinuität in der intelligenten Forschung und Entwicklung, der flexiblen Fertigung, bei vernetzten Patienten sowie in der digitalen Pharmazie durchsetzt. Zu den disruptiven Innovationen, die das Wachstum in der Pharmaindustrie antreiben, gehören laut Studie:

  • Anwendungen von KI und im Bereich Big Data Analytics von Unternehmen, wie Benevolent AI oder Exscientia, die sowohl strukturierte als auch unstrukturierte Daten verarbeiten, erhöhen voraussichtlich die Erfolgsrate in der Arzneimittelforschung
  • die Virtualisierung klinischer Studien durch Unternehmen wie Science 37 oder Transparency Life Science und die Nutzung von Cloud und mobilen Modellen revolutioniert die Studien-Methodik und  verringert sowohl Zeitaufwand als auch Fehler
  • die Anwendung von IoT-Modellen und Blockchain-basierten Methoden im operativen Betrieb und der Lieferkette reduziert Ineffizienz und verbessert die funktionale Transparenz, wie beispielsweise von Elemental Machines oder iSolve angeboten
  • neuartiger e-Commerce, digitale Online-Apotheken wie PillPack und Vertriebsmodelle reduzieren Kosten und verbessern den Zugang zu neuartigen Behandlungen
  • eine verbesserte Patientenvernetzung durch KI-fähige, patientenorientierte mobile Anwendungen sowie den Einsatz von Big-Data-Analytics zur Verbesserung der Patientenversorgung und Medikamenteneinhaltung, angeboten von Unternehmen, wie Proteus Digital Health oder uMotif
  • die Wahrnehmung von Fusionen und Übernahmen (M&A) zum Aufbau digitaler Fertigkeiten im Bereich Life Sciences  auszubauen

»Wir gehen davon aus, dass die Digitalisierung auch weiterhin den Fortschritt über die gesamte pharmazeutische Wertschöpfungskette hinweg antreiben wird,« so Goswami. Um die Wachstumschancen zu nutzen, müssten sich Anbieter auf strategische Geschäftsbeziehungen und Kooperationen im Bereich F&E verlassen und daneben eigene und patentierte Technologien entwickeln, die den Patientenbedürfnissen gerecht werden. (me)

*Aufmacherbild: Designed by Creativeart/Freepik

 

Vormerken: Mehr zum Thema erfahren Sie in unserem Blickpunkt »Pharma 4.0« in Ausgabe 4.