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Digitale Pflege: Deutsche sehen noch einen weiten Weg

Die Mehrheit wähnt Deutschland beim Thema digitale Pflege als Nachzügler oder gar abgeschlagen. Zu diesem Ergebnis kommt der Digitalverband Bitkom in einer aktuellen Umfrage und fordert dürchgängig digitale Prozesse.

Techniklotsen Bildquelle: © Pixabay

Wichtige Helfer fehlen: Roboter wie Pepper sind in der Pflege noch nicht angekommen.

Der Arzt, der im Pflegeheim eine Tele-Sprechstunde anbietet, smarte Möbel, die dank Sensorik bei Stürzen Alarm schlagen, und eine elektronische Pflegeakte, auf die alle beteiligten Akteure Zugriff haben: Für die Deutschen scheinen Szenarien wie diese noch in weiter Ferne. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 1000 Personen ab 18 Jahren.

So sagen mehr als vier von zehn Bundesbürgern (41 Prozent), dass Deutschland beim Thema Digitalisierung der Pflege maximal im Mittelfeld rangiert. Drei von zehn der Befragten (28 Prozent) sehen Deutschland als Nachzügler, jeder Fünfte (20 Prozent) gar abgeschlagen. Lediglich 7 Prozent der Befragten meinen, dass Deutschland in Sachen Pflege 4.0 in der Spitzengruppe rangiert, ein Prozent sieht Deutschland als weltweit führend an. Andere Länder seien deutlich weiter. »Um nun keine wertvolle Zeit verstreichen zu lassen und zu anderen Ländern aufschließen zu können, muss nun etwa rasch der politische Ordnungsrahmen an das digitale Zeitalter angepasst werden«, sagt Julia Hagen, Bereichsleiterin Health & Pharma.

Bislang fehle es beispielsweise noch an einer gesetzlichen Grundlage dafür, dass Kranken- und Pflegekassen die Kosten für digitale Hilfsmittel übernehmen. Als Voraussetzung für die digitale Pflege fordert der Verband außerdem durchgängig digitale Prozesse. Dazu gehören das elektronische Rezept, die elektronische Überweisung sowie eine vereinfachte Kommunikation und Zugang zu Informationen für Pflegende, Angehörige und auch Ärzte über eine elektronische Pflegeakte. Bitkom plädiert auch dafür, digitale Angebote wie die Videosprechstunde der Versorgung vor Ort gleichzustellen. Die Vergütung sollte dann unabhängig davon, ob die Versorgung vor Ort oder digital erbracht wird, nach den gleichen Maßstäben erfolgen.

Die ausführlichen Forderungen des Bitkom zur Gleichstellung der Versorgung vor Ort mit dem digitalen Arztbesuch finden Sie hier.