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Start-up des Monats: Newsenselab: App statt Kopfschmerztabletten

Junge Gründer, große Ideen – Start-ups sind auch für die Medizin zu wichtigen Innovatoren geworden. Wir möchten einige dieser Köpfe genauer vorstellen. Dieses Mal: »Newsenselab«. Das Unternehmen aus Berlin will die Versorgung von Migränepatienten revolutionieren.

Das Team hinter M-Sense Bildquelle: © Newsenselab

Das Team hinter M-Sense

Wie lautet euer Elevator Pitch?

Wir helfen Menschen mit Migräne oder Spannungskopfschmerzen. Unsere App M-sense ermöglicht es ihnen, ihre individuellen Auslöser zu analysieren und aktiv etwas gegen ihre Schmerzen zu unternehmen. M-sense war die erste Migräne- und Kopfschmerz-App, die in Deutschland als Medizinprodukt zertifiziert wurde, und wir sind die einzigen, die neben Dokumentationsmöglichkeiten auch mehrere wirksame Therapiemethoden bereitstellen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Die Idee hatte Co-Founder Stefan Greiner, der sich während seines Studiums viel mit Mensch-Maschine-Interaktionen beschäftigt hat. Seine damalige WG-Mitbewohnerin litt an Migräne, und hatte die Vermutung, ihre Attacken könnten etwas mit Wetterumschwüngen zu tun haben. Sie haben dann zusammen recherchiert und gesehen, dass es sehr vielen anderen Betroffenen genauso geht. Viele solcher Fragen wurden in Foren diskutiert – und es gab nichts, womit man diese Zusammenhänge als Patient einfach mal untersuchen konnte. So kam er auf die Idee, dafür eine Software zu entwickeln, die die Zusammenhänge zwischen Umweltfaktoren und Lebensstil bei Migräne untersucht.

Was war euer größter Erfolg?

Wir haben erfolgreich mehrere Kooperationen mit Krankenkassen, Arbeitgebern und weiteren Stakeholdern im Gesundheitssystem begonnen und einige davon bereits abgeschlossen, wie ein Pilotprojekt zum Betriebswirtschaftlichen Gesundheitsmanagement mit der Barmer, der Deutschen Telekom und der Deutschen Post. Besonders gefreut haben wir uns über den Start unserer ersten klinischen Studie Ende letztes Jahres. Die Studie zu Smartphone-gestützter Migränetherapie (Smartgem), die wir mit der Charité Berlin, den Kopfschmerzkliniken in Halle & Rostock und vielen anderen Partnern durchführen, soll die Versorgungsqualität von Migränepatient*innen verbessern und die Wirksamkeit von M-sense nachweisen.

Und der größte Rückschlag?

Vermutlich gibt es bei jedem jungen Unternehmen diesen Moment, in dem man mit der harten Realität der bestehenden Strukturen konfrontiert wird. Unser größter Rückschlag war, dass sich der geplante US-Launch von M-sense aufgrund von regulatorischen Hürden um mehrere Monate verzögert hat.

Wo seht ihr euch in fünf Jahren?

In fünf Jahren helfen wir im deutschsprachigen Raum und den USA vielen Betroffenen, ihre Migräne oder Spannungskopfschmerzen mithilfe individueller digitaler Therapiemethoden zu reduzieren.  Als Digitales Therapeutikum werden wir von Krankenkassen erstattet und begleiten Betroffene von Anfang auf ihrem Weg zu einer besseren Versorgung.

Wie sieht die Medizin der Zukunft aus?

Die Medizin der Zukunft wird sich noch mehr an den Bedürfnissen der Betroffenen orientieren müssen. Versorgungswege werden effektiver und vernetzter werden. Heute schon gibt es viel zu wenig Ärzte, um allen Erkrankten zu helfen, es mangelt besonders an Spezialisten. Zugleich wird das gesamte Gesundheitssystem immer komplexer und immer mehr Player wollen Betroffenen helfen. Das macht Vernetzung und Kommunikation zu dem zentralen Thema in den nächsten Jahren. Genau dabei können mobile Applikationen wie unsere einen entscheidenden Beitrag leisten.

Fakten zum Start-up:
Anzahl der Kunden: 190k Downloads
Gründung: Januar 2016
Mitarbeiter: 24
Finanzierung: Venture Capital (Think Health und High-Tech-Gründerfonds)

Newsenselab GmbH
m-sense.de

M-Sense war die erste App, die in Deutschland als Medizinprodukt zertifziert wurde. Bildquelle: © Newsenselab

M-Sense war die erste App, die in Deutschland als Medizinprodukt zertifziert wurde.