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Start-up des Monats: Magnosco: Mit Laser und KI dem Hautkrebs auf der Spur

Junge Gründer, große Ideen – Start-ups sind auch für die Medizin zu wichtigen Innovatoren geworden. Wir möchten einige dieser Köpfe und ihre Ideen genauer vorstellen. Dieses Mal: »Magnosco«. Das Unternehmen aus Berlin befasst sich mit der frühzeitigen Erkennung von schwarzem Hautkrebs.

Magnosco Bildquelle: © Magnosco

Das Team von Magnosco. Erste Reihe(v.l.): Inga Bergen (CEO), Larissa Middendorf (Marketing & Communications), Holger Freßdorf (Product Management), zweite Reihe: Goran Stankovic (Head of Development), Thomas Diepold (COO), Lukasz Szyc (Head of Science), Norman Bensmann (R&D).

Wie lautet euer Elevator Pitch?

In Zeiten steigender Hautkrebsraten braucht es schnelle, einfache, kostengünstige und nicht-invasive Methoden zur Unterstützung der Hautkrebs(früh)-Diagnostik. Patienten werden sensibler gegenüber diesem Thema. Das stellt Ärzte vor neue Herausforderungen, mit Bedürfnissen und Ängsten von Patienten umzugehen. Magnosco bietet mit dem DermaFC eine Möglichkeit, verdächtige Hautstellen, vor Ort beim Arzt, schmerzfrei und in wenigen Minuten zu untersuchen und eine diagnostische Empfehlung zu bekommen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Die Idee, Melanome durch Melaninfluoreszenz anzuregen exzitierte schon eine ganze Weile und wurde nebenher als Forschungsprojekt betrieben. Erst als mit den stufenweisen 2-Photonen-Absorp­tionen ein zuverlässiger Weg gefunden wurde, nur die Melaninfluoreszenz anzuregen, kam die Idee auf, Magnosco zu gründen und das Verfahren zur Marktreife zu bringen.

Was war euer größter Erfolg?

Als Start-up im Medizintechnik-Bereich ist einer der größten Hürden die CE-Zertifizierung und damit die Marktzulassung für den europäischen Raum. Wir haben Ende letzte Jahres die CE-Kennzeichnung für unsere DermaFC bekommen. Das war einer unsere größten Erfolge. Ein weiterer war die Auslieferung an den ersten Kunden Anfang des Jahres.

Und der größte Rückschlag?

Wir haben ein super Team, das Probleme schnell erkennt und sehr schnell Lösungen finden und umsetzten kann. Daher sind uns die ganz großen Rückschläge bisher erspart geblieben. Aber ein paar kleinere waren immer wieder dabei: Zum Beispiel gab es Verzögerungen in der Produktion, weil einige verbaute Teile nicht verfügbar waren, und wir konnten das erste Gerät später ausliefern als geplant.

Wo seht ihr euch in fünf Jahren?

Unser Ziel ist es, das Verfahren in die Routineuntersuchung beim Hautarzt zu integrieren in Deutschland, Europa aber auch darüber hinaus. Dabei wollen wir aber nicht nur die Diagnostik beim Arzt unterstützen, sondern die ganze Bandbreite der Hautkrebsvorsorge abdecken. Dazu entwickeln wir ein Gerät zum Einsatz in der Histologie sowie eine patientenorientieret Lösung, die Aufklärung, Vorsorge und Früherkennung unterstützt.

Wie sieht die Medizin der Zukunft aus?

In der Zukunft werden Mediziner und Technologien enger zusammenarbeiten, um die bestmögliche Versorgung der Patienten zu ermöglichen. Die Leistung, die beispielsweise Künstliche Intelligenzen schon jetzt in der Unterstützung der Diagnostik zeigen, wird weiterentwickelt und in den medizinischen Alltag inte­griert werden. Es wäre wünschenswert, dass wir es schaffen, unseren Fokus von Behandlung auf Prävention und Früh­erkennung zu legen.
 

Fakten zum Start-up:
Anzahl der Kunden: -
Gründung: 2014
Mitarbeiter: 10
Finanzierung: 5,5 Mio. Euro

Magnosco 
www.magnosco.com

Dieser Beitrag stammt aus der Medizin+elektronik Nr. 4 vom 20.07.2018. Hier geht’s zur vollständigen Ausgabe.

 

Magnosco Bildquelle: © Magnosco

DermaFC ermöglicht eine nicht-invasive und schmerzfreie Untersuchung von atypischen und dysplastischen Hautläsionen am Patienten.