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Hilfe bei Kinderwunsch: Intelligentes Patch für medizinische Anwendungen

FemSense erfasst kontinuierlich die Körpertemperatur auf einfache, exakte und hygienische Art, beipielsweise zur Ermittlung des Eisprungs bei Kinderwunsch. Die Idee stammt vom Start-up SteadySense, das sich für die Realisierung Unterstützung bei AT&S holte.

Die FemSense-Technologie erfasst kontinuierlich die Körpertemperatur. Bildquelle: © AT&S/SteadySense

Die FemSense-Technologie erfasst kontinuierlich die Körpertemperatur.

Ein wesentlicher Nachteil von nichtinvasiven punktuellen Temperaturmessungen ist, dass plötzliche Temperaturanstiege, die zum Beispiel auf eine Infektion nach einer Operation hinweisen, nicht aufgezeichnet werden. Die lückenlose Temperaturüberprüfung über bis zu sieben Tage mit FemSense eignet sich dagegen sehr gut, um beispielsweise die fruchtbaren Tage bei Kinderwunsch zu ermitteln oder für das Patienten-Monitoring in Kliniken. 

Das Sensorsystem besteht neben der Schaltungslogik im Wesentlichen aus einem temperaturempfindlichen vollintegrierten Sensor, der als Temperaturmesspflaster unter der Achsel aufgeklebt und mit dem Smartphone aktiviert wird. Der Patch ermittelt und speichert in der Folge kontinuierlich die aktuellen Körpertemperaturwerte in vorgegebenen Zeitintervallen. Bei Bedarf werden die gemessenen Werte mit einem NFC-fähigen Smartphone ausgelesen, ausgewertet und in der eigens entwickelten App angezeigt. Das Resultat ist eine exakte, einfache, durchgängige und diskrete Temperaturmessung.

Die erste Anwendung für das Sensorpatch fokussiert auf der Ermittlung der Ovulation, also des Eisprungs der Anwenderin mittels des Basaltemperatursprunges. Ziel ist es, die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bei Kinderwunsch zu erhöhen. Die Korrelation zwischen dem Anstieg der Körpertemperatur und dem Ovulationszeitpunkt ist seit fast 100 Jahren bekannt. Die Besonderheit: Mit FemSense lässt sich die Temperatur kontinuierlich und präzise messen. Im Vergleich zu Punktmessungen (zum Beispiel ein Mal täglich) kann dadurch eine Temperaturkurve präzise ermittelt werden, womit sich die Zuverlässigkeit dieser Methode deutlich erhöht.

Kompaktes Design mit flexibler Leiterplatte

Der einmalige Gebrauch der Temperaturmesspflaster minimiert Infektionsrisiken. Neben den Sensor-Patches stellt SteadySense auch die App, sowie alle Schnittstellen zur zentralen Datenbank zur Verfügung. femSense ist ein zertifiziertes Medizinprodukt nach ISO 13485.

Der Patch basiert auf einer Schaltung mit flexibler Leiterplatte von AT&S und passt sich der Körperoberfäche an. Der Leiterplatten-Profi war an der Entwicklung von Anfang an beteiligt – von der Machbarkeitsstudie über die Produktentwicklung bis hin zur Fertigung. Flexible Leiterplatten finden heute in vielen Bereichen der Elektronik Anwendung. Oft wird die Leiterplatte gebogen, verdreht oder gefaltet in ein Gehäuse eingebaut. Durch den Einsatz flexibler Leiterplatten können Verbindungen und Geometrien erzeugt werden, die mit einer starren Leiterplatte nicht realisierbar sind.

Die FemSense Leiterplatte wurde mittels SMT mit dem Temperatursensor und einer Batterie bestückt. AT&S hat nicht nur die Leiterplatte entwickelt, sondern auch die Bestückung durchgeführt. Dafür hat das Unternehmen die entsprechenden Kapazitäten und Technologien in seinem koreanischen Werk genutzt. (me)

Die erste Anwendung für den Sensorpatch fokussiert auf der Ermittlung der Ovulation. Bildquelle: © AT&S/SteadySense

Die erste Anwendung für den Sensorpatch fokussiert auf der Ermittlung der Ovulation.