Sie sind hier: HomeRubrikenMesstechnik / Sensorik

News, Produkte, Fachartikel zu Embedded-Systemen: Echtzeitbetriebssysteme, Computer-Boards/Systeme, Erweiterungskarten, Entwicklungstools

Messevorbericht Medica/Compamed 2019: Teil 2: So verändern Wearables die Medizin

Trendbericht | Wearables sind unverzichtbar für die digitale Revolution der Medizin. Dabei liefern sie nicht nur Daten, sondern sind fester Bestandteil der Behandlung. Die Anwendungen reichen von klassischen Fitnesstrackern, über elektronische Pflaster bis hin zu Elektroden zum Neuromonitoring.

Kleinkind mit Babymonitoringsystem Bildquelle: © Varta Microbattery

Werables sind mittlerweile so klein und leistungsfähig, dass sie auch in sensiblen Bereichen zum Einsatz kommen, zum Beispiel beim Baby Monitoring.

 

Save the Date | Vom 18. bis 21. Novemeber 2019 versammelt sich die gesamte Wertschöpfungskette der Medizintechnik auf dem Düsseldorfer Messegelände. Das Ausstellungsangebot des Messeduos Medica & Compamed umfasst u.a. die Bereiche Elektromedizin/Medizinteechnik, elektronische Komponenten sowie Werkstoffe.

 

Vor allem im Fitnessbereich sind sie der Renner. Ob Schritte, Laufstrecke, Kalorien oder Herzfrequenz: Wearables zeichnen alle Bewegungsdaten auf und werten sie aus. Experten zufolge werden 2020 knapp 400 Millionen Geräte einen Besitzer haben. Das liegt vor allem daran, dass aus den »netten Gadgets« längst Anwendungen mit echtem Mehrwert geworden sind. Auch in vielen Bereichen der Medizin werden tragbare elektronische Geräte, die wie ein elektronisches Pflaster auf der Haut kleben, bereits angewendet – einschließlich für die Patientenüberwachung und Diagnose.

Neue Generation elektronischer Pflaster

Die Marktnachfrage steigt ebenso rasant wie die fortschreitende Digitalisierung im Gesundheitswesen. Das Design dieser Pflaster ermöglicht eine Vielzahl an Anwendungen bei der Überwachung von Vitalparametern. Den Patienten bieten sie dabei mehr Bewegungsfreiheit. Die Anforderungen sind hoch: Die Wearables müssen oft rund um die Uhr getragen werden, besonders sanft zur Haut sein und dennoch gut auf ihr haften. Am Ende sollen sie trotzdem möglichst schmerzfrei wieder abzulösen sein.

Covestro (Medica, Halle 13/Stand D43) hat dazu spezielle atmungsaktive Folien aus thermoplastischem Polyurethan (TPU) entwickelt. Der Kunststoff lässt sich bei einer bestimmten Temperatur verformen und zeichnet sich durch Eigenschaften wie Elastizität, Transparenz und Fettbeständigkeit aus. Die Produkte eigenen sich für sogenannte Rolle-zu-Rolle Produktionsverfahren. Dabei wird die Elektronik auf die Folie gedruckt und für ein gutes Tragegefühl in thermoformbaren Polyurethanschaum eingebettet, der in eine zweite Folienschicht eingelassen wird.

Baby Monitoring: Die Werte Nachwuchs stets im Blick

Ein Grund für den Erfolg der Wearables ist die fortschreitende Miniaturisierung, die immer kleinere und für den Patienten angenehmere Applikationen  hervorbringt.  Ein Beispiel für das ständig breiter werdende Anwendungsspektrum ist das sogenannte Smart Baby Monitoring. Ein »smart band« am Fuß des Babys überträgt dessen Herzschlagfrequenz, Hauttemperatur und Bewegungen auf das Handy der Eltern, die dadurch immer wissen, wie es ihrem Neugeborenen geht.

Das Gerät bezieht seine Energie aus verschiedenen Zellen der CoinPower-Serie von Varta (Compamed, Halle 8b/ Stand 107). Gleiches gilt für Wearables wie Smart Watch und Fitnesstracker, die den Blutdruck und die Herzfrequenz bei sportlicher Betätigung messen.

Fischer erweitert seine Steckverbinder-Serie Freedom

Bei solchen Geräten kommt es nicht nur auf die Stromversorgung an, sondern auch den richtigen Halt. Die elektromechanischen Komponenten sollten alle Bewegungen mitmachen. Mit der Freedom-Serie will Fischer Connectors (Compamed, Halle 8b/ Stand L04) » Innovationen in der Konnektivität und im Anwendungsdesign von Wearables« unterstützen. 

Die Serie bietet Steckfreiheit von 360°. Sie verfügt über einen versiegelten, blind steckbaren, ohne Magnet schließenden Schnellverschluss. Alle Stecker sind nach den Schutzklassen IP68 beziehungsweise IP67 für die Steckverbinder aus Kunststoff abgedichtet. Neu in der Serie sind zum Beispiel ein USB-2.0-Adapter, ein LED-Adapter, ein robustes Flash-Laufwerk sowie Steckverbinder in neuen Größen und Materialien (Metall und Kunststoff).

Elektroden für das Neuromonitoring

Wearables nur auf Fitnesstracker und elektronische Pflaster zu reduzieren, wäre jedoch falsch. Laut Definition ist jede elektronische Komponente, die am Körper, in Körpernähe oder im Körper getragen wird, ein Wearable-Produkt. Demnach gehören auch Herzschrittmacher und Hörgeräte sowie aktive Implantate dazu, zum Beispiel für das invasive Neuromonitoring.

Im März erhielt CorTec (Compamed, Halle 8a/Stand H19) für sein System die Zulassung für den amerikanischen Markt durch die FDA.  Die AirRay Cortical Electrode zeichnet die Gehirnaktivität von der kortikalen Oberfläche über einen längeren Zeitraum auf beziehungsweise stimuliert diese. Um Hirngewebe wie zum Beispiel epileptogene Herde oder Hirntumore präzise zu lokalisieren und gesunde, für wichtige Hirnfunktionen verantwortliche Bereiche zu schützen, muss das Gehirn vor der Operation »kartografiert« werden. Die Elektrode kann zu diesem Zweck bis zu 29 Tage eingesetzt werden.

Weitere Aussteller zum Thema

  • Bayomeed (Medica, Halle 13/Stand D46)
  • EBV (Medica/Halle 13/D46)
  • Microdul (Compamed, Halle 8a/ Stand F19)
  • Silcoplast (Compamed, Halle 8b/ Stand J07)
  • Ditabis (Compamed, Halle 8b/ K20)

 

Schlagworte: Medica, Compamed, Werabales, Tragbare Elektronik

Genannte Firmen: Covestro, Varta Microbattery, Fischer Connectros, CorTec