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Messevorbericht Medica/Compamed 2019: Teil 1: Fit für das smarte Labor

Trendbericht | Was passiert im Labor der Zukunft? Und wie lassen sich Diagnosen noch genauer und idealerweise noch schneller direkt am Behandlungsort stellen? Antworten darauf bekommen die Fachbesucher der Medica vom 18. bis 21. November 2019 in Düsseldorf geboten.

Das Labor ist das Kernstück jeder Forschungseinrichtung. Wie gut die Arbeit dort funktioniert, hängt zu einem wesentlichen Teil auch von der Einrichtung und Ausrüstung ab. Bildquelle: © Messe Düsseldorf

Das Labor ist das Kernstück jeder Forschungseinrichtung. Wie gut die Arbeit dort funktioniert, hängt zu einem wesentlichen Teil auch von der Einrichtung und Ausrüstung ab.

 

Save the Date | Vom 18. bis 21. Novemeber 2019 versammelt sich die gesamte Wertschöpfungskette der Medizintechnik auf dem Düsseldorfer Messegelände. Das Ausstellungsangebot des Messeduos Medica & Compamed umfasst u.a. die Bereiche Elektromedizin/Medizinteechnik, elektronische Komponenten sowie Werkstoffe.

 

Der Bereich der Labortechnik und Diagnostica wird mit mehr als 800 Ausstellern, darunter namhafte Rückkehrer wie Abbott und Euroimmun, die gerade erst fertiggestellte neue Messehalle 1 beziehen und hier alle Trendthemen einer modernen Labormedizin thematisieren. Fortschritte aus labormedizinischer Betrachtung für die Gebiete der Mikrobiologie, Kardiologie und Onkologie stehen darüber hinaus im Fokus Sessions beim Medica Labmed Forum. Außerdem geht es hier um ein »heißes« Branchenthema: die Nachwuchsförderung und Berufsperspektiven für junge Wissenschaftler. Das Forum findet ebenfalls in der über 12.0000 Quadratmeter großen Halle 1 seinen neuen Platz.

Automatisierung in der Medikamentenentwicklung

Doch auch in den Hallen der parallel stattfindenden Compamed ist die Labortechnik eines der der zentralen Themen. Ein erfahrener Dienstleister aus diesem Bereich ist Jüke (Compamed, Halle 8a/Stand 19). Das Unternehmen entwickeln, fertigen und produzieren kundenspezifische Komponenten, mechatronische Baugruppen und komplette Geräte beziehungsweise Systeme.

Aktuelles Beispiel einer Entwicklung ist Chronect Quantos, entstanden aus der Zusammenarbeit von Jüke, Axel Semrau, dem Forschungsinstitut IUTA und Mettler Toledo. Drogenanalyse, Lebensmittelkontrolle, Umweltanalytik, Medikamentenentwicklung oder das präzise Handhaben giftiger oder teurer Substanzen im Labor sind nur einige der Anwendungsfelder. Mit Quantos sei es gelungen, eine exakte Pulverdosier- und Wägetechnologie mit der automatischen Probenvorbereitung über einen multidimensional arbeitenden Roboter zu einem Gesamtsystem zu verknüpfen. Die so aufbereiteten Proben werden automatisch der nachfolgenden flüssigen oder gasförmigen Analytik übergeben.

Fluidmanagement-Systeme für die In-Vitro-Diagnostik

Die In-Vitro-Diagnostik (IVD) ist im Gesundheitswesen unentbehrlich, denn ihre schnellen und präzisen Diagnosen ermöglichen eine zielgerichtete Behandlung und Patientenversorgung. Für Hersteller von IVD-Analysatoren ist es allerdings nicht einfach, neue Produkte auf den Markt zu bringen, denn Kliniken und Labore tendieren eher zu bewährter Technik. Die Geräte müssen deshalb hinsichtlich Leistung, Genauigkeit, Spezifität und Empfindlichkeit erwiesene Vorteile bieten und obendrein möglichst auch noch die Gesamtkosten senken. Entwickler stellt das vor beachtliche Herausforderungen. Wie diese dennoch ein neues Produkt im Markt etablieren können zeigt Bürkert (Compamed, Halle 8b/ Stand H07).

Für einen Analysator, den es in fünf unterschiedlichen Modellvarianten gibt, sollte eine neue Lösung zur präzisen und zuverlässigen Messung, Regelung und Steuerung der Durchflussmengen in den Dosiereinheiten entwickelt werden. Zudem galt es die Modellvielfalt der integrierten Dosiereinheiten zu reduzieren und die verbauten Komponenten – jeweils bestehend aus zwei oder drei Ventilen, einem Drucksensor und einem Filter – auf einer transparenten Spritzguss-Anschlussplatte zu integrieren.

Im ersten Schritt wurde ein Basismodul entwickelt, das in alle fünf Modelle des Analysators passt. Es besteht aus einem durchsichtigen, aber UV-beständigen Werkstoff, sodass ein Sichtfenster zur Pumpenkammer integriert werden konnte. An diesem Basismodul werden dann die verschiedenen Komponenten adaptiert. Für deren Auswahl galten die Kriterien: kompakte Bauform, effektive Medientrennung, möglichst kleines internes Volumen sowie Zuverlässigkeit. Nach dieser Grundkonzeption minimierten die Bürkert-Ingenieure den Totraum des Gesamtsystems, um die Reinigungsverfahren des Analysators zu optimieren. Durch die Positionierung der Ventile und der anderen Komponenten konnten sie zudem die Leitungslänge reduzieren und das Design verbessern.

Biochip statt Tierversuch

Neue Wirkstoffe erfordern neue Tests. Dabei werden Tierversuche aus ethischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Gründen zunehmend von Biochips abgelöst. Auf den Chips werden menschliche Zellen verschiedener Organe angesiedelt und über kleine Kanäle mit Nährflüssigkeit versorgt. So werden Blutkreislauf und Stoffwechselfunktionen des menschlichen Körpers simuliert. Die Beobachtungen nach Zugabe von Wirkstoffen wie Medikamenten, Kosmetika oder Chemikalien erlauben Rückschlüsse auf die Reaktionen und Vorgänge im menschlichen Körper.

Die kontinuierliche Versorgung der Zellen mit flüssigem Nährmedium ist eine große Herausforderung, da bereits geringe Schwankungen die Testergebnisse beeinflussen. Das Dosiersystem LiquiDoS von HNP Mikrosysteme (Compamed, 8a/ Stand F29) enthält eine präzise, scherarme Mikrozahnringpumpe (mzr-Pumpe), die für die Befüllung des Biochips geeignet ist. Volumenströme von 1,5 μl/min bis 72 ml/min sowie Dosiervolumina ab 0,25 μl werden mit dem Gerät schonend realisiert.

Weitere Aussteller zum Thema

  • Norma Diagnostika (Medica, Halle 1/Stand B63)
  • Festo (Medica, Halle 3/Stand D95)
  • Kabe Labortechnik (Halle 3, Stand D72)
  • Schwarzer Precision (Compamed, Halle 8a/Stand M09)
  • Faulhaber (Compamed, Halle 8b/Stand L27)

 

Schlagworte: Medica, Compamed, Labortechnik

Genannte Firmen: Jüke, Bürkert, HNP