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Auf dem heißen Stuhl: Forscher wollen Tumoroperationen im MRT durchführen

Der Magdeburger Medizintechnik-Campus Stimulate will künftig eng mit Kollegen von der Harvard Medical School in Boston forschen. Gemeinsam wollen sie Technologien entwickeln, um Tumoroperationen direkt in einem Magnetresonanztomografen (MRT) durchzuführen.

© Pixabay Bildquelle: © Pixabay

Die Vereinbarung wurde während der US-Reise von Wissenschaftsminister Armin Willingmann geschlossen. Der SPD-Politiker ist noch bis zum Samstag mit einer 30-köpfigen Delegation in den Vereinigten Staaten unterwegs, um neue Kontakte in Forschung und Wirtschaft zu knüpfen. Zum Start der Kooperation sollen in den nächsten Monaten zunächst mehrere Wissenschaftler aus dem renommierten US-Institut nach Magdeburg kommen. Die Harvard-Forscher gelten als Experten auf dem Gebiet der Magnetresonanztomographie (MRT)

Am Forschungscampus Stimulate suchen Mediziner und Techniker nach patientenschonenden Diagnose- und Therapieverfahren. Es wird vom Bund gefördert und unter anderem von der Universität Magdeburg betrieben. Es forscht an minimal-invasiven Behandlungen. Dafür arbeiten die Magdeburger auch mit dem Technion im israelischen Haifa zusammen. Ziel ist es, gemeinsam einen Roboter zu entwickeln, der es erlaubt, im MRT Tumore zu operieren.

»Der Kernspintomograph dient dabei als eine Art Navigationssystem, das hilft, eine kleine Nadel zum Herd der Erkrankung zu führen. Diese Nadel wird schließlich erhitzt, um den Tumor zu zerstören«, erklärt Prof. Dr. rer. nat. Georg Rose, Medizintechniker am Lehrstuhl Medizinische Telematik und Medizintechnik der Universität Magdeburg. Da es mit dem MRT prinzipiell auch möglich ist, die Temperatur an jeder Körperstelle zu messen, könne dieses Gerät dabei helfen, die richtige Menge an Hitze in den Tumor zu applizieren, um ihn vollständig zu zerstören.

Bevor es jedoch soweit sei, müssten noch zahlreiche technische Probleme gelöst werden. Die intensive Zusammenarbeit der beiden Forschungseinrichtungen sollen Synergien genutzt werden, um diesen Herausforderungen schneller begegnen zu können.

Forschungscampus Stimulate

Der Forschungscampus Stimulate ist eine Dachstruktur, unter der auf dem Magdeburger Unicampus intensiv und interdisziplinär an dem Thema der Tumortherapie im MRT geforscht wird. Hier werden schwerpunktmäßig altersbedingte Volkskrankheiten aus den Bereichen Onkologie, Neurologie sowie Gefäßerkrankungen betrachtet. Langfristig soll sich die interdisziplinäre Dachstruktur zum »Deutschen Zentrum für bildgestützte Medizin« entwickeln. (dpa/me)