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Basic: IP-Schutzart nach EN 60529: Schutz vor Fremdkörpern und Wasser

In der Medizin müssen elektrische Geräte unter erschwerten Bedingungen über viele Jahre sicher arbeiten. Schmutz, Keime, Bakterien, Staub und Feuchtigkeit lassen sich zwar selten fernhalten, sollten dem Gerät aber nichts anhaben. Die IP-Schutzarten geben Auskunft über den Schutzgrad.

Die IP-Schutzarten gelten auch für Consumerprodukte wie Smartphones und Tablets. Bildquelle: © Pixabay

Die IP-Schutzarten gelten auch für Consumerprodukte wie Smartphones und Tablets.

Die IP-Schutzklassen legen fest, in welchem Umfang ein elektrisches Bauteil Umwelteinflüssen ausgesetzt werden kann ohne beschädigt zu werden oder ein Sicherheitsrisiko darzustellen. Im medizinisch sensiblen Bereichen bietet ein entsprechender IP-Schutz Sicherheit für Gerät und Patient, da die Geräte bedenkenlos mit üblichen Krankenhausdesinfektionsmitteln gereinigt werden können.

Die Schutzart wird im International Protection Code angegeben und gibt bei einem elektrischen Gerät Informationen über den gehäuseeigenen Schutz gegen störende Fremdkörper in der Luft, Einfluss von Wasser und mechanische Beanspruchung. Im englischen Sprachraum wird die Abkürzung teils auch mit Ingress Protection (Schutz gegen Eindringen) übersetzt.

Die mit IP klassifizierte Schutzart ist von der elektrischen Schutzklasse zu unterscheiden. Während die IP-Schutzarten den Schutzgrad des Gehäuses gegen Berührung, Fremdkörper und Wasser definieren, beschreiben die elektrischen Schutzklassen Maßnahmen gegen berührungsgefährliche Spannungen an betriebsmäßig nicht unter Spannung stehenden Teilen von Betriebsmitteln.

Nomenklatur

Den in der Schutzartbezeichnung immer vorhandenen Buchstaben IP werden zwei Kennziffern (im Allgemeinen ohne Zwischenraum) angehängt. Diese zeigen an, welchen Schutzumfang ein Gehäuse bezüglich Berührung beziehungsweise Fremdkörper (erste Kennziffer) und Feuchtigkeit beziehunsgweise Wasser (zweite Kennziffer) bietet (Tabelle 1).

Wenn eine der beiden Kennziffern nicht angegeben werden muss oder soll, wird diese durch den Buchstaben X ersetzt (zum Beispiel »IPX1«). Bei Bedarf können an die Ziffernkombination noch definierte Buchstaben zur genaueren Beschreibung der Schutzart angehängt werden.

IP-KennzifferErste-IP-Kennziffer Zweite IP-Lennziffer 
 Schutz gegen Eindringen von festen FremdkörpernErklärungSchutz gegen Eindringen von Feuchtigkeit und WasserErklärung
0UngeschütztKein besonderer SchutzUngeschütztKein besonderer Schutz
1≥ 50 mm DurchmesserGeschützt gegen Berührung mit HandrückenSenkrechtes TropfenGeschützt gegen senkrecht fallende Wassertropfen
2≥ 12,5 mm DurchmesserGeschützt gegen den Zugang mit einem FingerTropfen (15 ° Neigung)Schutz gegen fallendes Tropfwasser, wenn das Gehäuse bis zu 15° geneigt ist
3≥ 2,5 mm DurchmesserGeschützt gegen den Zugang mit einem WerkzeugSprühwasserSchutz gegen fallendes Sprühwasser bis 60° gegen die Senkrechte
4≥ 1,0 mm DurchmesserGeschützt gegen den Zugang mit einem DrahtSpritzwasserSchutz gegen allseitiges Spritzwasser
5Geschützt gegen Staub und BerührungVollständiger Schutz gegen BerührungStrahlwasserSchutz gegen Strahlwasser (Düse) aus beliebigem Winkel
6StaubdichtVollständiger Schutz gegen BerührungStarkes StrahlwasserSchutz gegen starkes Strahlwasser
7  Zeitweiliges UntertauchenGeschützt vor eindringendem Wasser beim Eintauchen
8  Dauerndes Untertauchengeschützt gegen Untertauchen

 

Tabelle 1. Nomenklatur der IP-Schutzarten gemäß EN 60529