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Orthetik und Prothetik: Weltweit neue WHO-Ausbildungsstandards

In einem langjährigen Prozess hatten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die International Society of Prosthetics & Orthotics (ISPO) die Ausbildungsstandards, welche seit 1991 bestanden, gemeinsam neu entwickelt. Zukünftig wird es drei Kategorien der Qualifikation geben.

Ars Electronica / Roibert Bauernhansl Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0* Bildquelle: © Ars Electronica / Roibert Bauernhansl Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0*

Der oder die Prosthetic Orthotic Technican ist für Arbeiten im Produktionsablauf ohne direkten Patientenkontakt zuständig. Der Associate Prosthetist Orthotist übernimmt einfache Versorgungen am Patienten, während der Prosthetist Orthotist Prozesse überwacht, wissenschaftliche Erkenntnisse einbindet und für medizinisch anspruchsvolle Patientenversorgungen verantwortlich ist.

»Nun sind die internationalen Standards einheitlich und vom Curriculum bis zur technischen Ausstattung genauestens definiert. Unsere Orthobionik- Absolventen erhalten bereits mit dem Bachelor die höchste Zertifizierung der ISPO, die sie zur weltweiten Patientenversorgung im Bereich Orthetik und Prothetik berechtigt«, freut sich Prof. Dr. Siegmar Blumentritt von der PFH. Der Biomechanik-Experte war im Vorfeld selbst an der Ausarbeitung der neuen Standards beteiligt.

Dass in den kommenden Jahrzehnten hier Handlungsbedarf besteht, belegen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO aus dem Jahre 2017: 90 Prozent aller Menschen, die eine orthetische oder prothetische Versorgung benötigen, haben in ihren Ländern keinen Zugang zu einer entsprechenden Behandlung. Besonders betroffen davon sind Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen, die durch zahleiche Teilnehmer, wie zum Beispiel aus Togo, Jordanien, Ghana, Bangladesch und Myanmar ebenso auf dem Global Educators Meeting vertreten waren wie Mitglieder des Internationalen Roten Kreuzes.

PFH-Studiengang Orthobionik

Das Studienprogramm Orthobionik vermittelt medizinisches, biomechanisches, ingenieurwissenschaftliches und betriebswirtschaftliches Wissen sowie handwerkliches Know-how und ist in dieser Ausrichtung einzigartig in Deutschland. Als wichtiger Impulsgeber und Initiator begleitet Honorarprofessor Hans Georg Näder, Mehrheitsgesellschafter von Ottobock den PFH-Studiengang seit dem Start im Jahr 2011. (me)

*Ars Electronica / Roibert Bauernhansl Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0