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Editorial M+e 1/2019: Brauchen wir einen IQ-Test für Algorithmen?

Deutschland, Land der Dichter und Denker, soll zu einem führenden Standort für die Entwicklung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) werden. Was – mit Verlaub – nach einem schlechten Scherz klingt, steht genauso im KI-Strategiepapier der Bundesregierung...

Melanie Ehrhardt, Redakteurin Medizin+elektronik Bildquelle: © Weka

Melanie Ehrhardt, Redakteurin Medizin+elektronik

Deutschland, Land der Dichter und Denker, soll zu einem führenden Standort für die Entwicklung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) werden. Was – mit Verlaub – nach einem schlechten Scherz klingt, steht genauso im KI-Strategiepapier der Bundesregierung. Sprich: KI ist ab sofort Chefsache. Hat ja schon bei anderen Entwicklungen super funktioniert, ich sage nur digitale Patientenakte und Telemedizin.

Aber kommen wir zurück zum Thema: Mit KI verbinde ich vor allem große Versprechungen: schnellere und bessere Diagnostik, personalisierte Therapien sowie massive Einsparungen für das Gesundheitssystem. Und auf den ersten Blick wirkt es tatsächlich so, als könnten die Algorithmen halten, was ihre Entwickler versprechen. In den Medien finden sich diverse Beispiele dafür, dass KI die Leistung von Ärzten übertrifft. Problem: Das ist nur ein Teil der Wahrheit. Denn immer wieder versagen die Applikationen. Das prominententeste Beispiel – für beide Thesen – ist wohl Watson, IBMs Wunderwaffe für und gegen alles. Als im vergangenen Jahr jedoch herauskam, dass Watson in der Realität versagt hat, hielt man sich bei IBM sehr zurück. Im Feldversuch entpuppte sich das System als deutlich weniger intelligent als erhofft.

Und genau hier liegt der Punkt: Zwar kommen KIs in unserem täglichen Leben immer häufiger zum Einsatz. Aber viele sind längst nicht so schlau wie angekündigt. Für mich stellt sich da eine entscheidende Frage: Brauchen wir einen IQ-Test für Algorithmen? Oder anders gefragt: Ab wann ist ein Algorithmus intelligent und was kann er dann in der Medizin leisten? Auf der embedded world in Nürnberg (S.21) werde ich in meinem Vortrag am Mittwoch (27. Februar 2019, 14:00 Uhr) versuchen, darauf eine Antwort zu geben.

Apropos embedded world: In diesem Jahr wird es erstmals eine Start-up-Area geben. Hier präsentieren junge Unternehmen ihre Ideen und haben gleichzeitig die Gelegenheit mit Entscheidern und potentiellen Unterstützern aus der Embedded-Branche ins Gespräch zu kommen. Wie etablierte und junge Unternehmen voneinander profitieren, zeigt sich immer wieder in der Medizintechnik. Dabei geht es nicht nur um den größtmöglichen Erfolg, sondern gemeinsam aus Rückschlägen zu lernen. Denn eine gute Idee ist nicht allein die Basis für ein funktionierendes Unternehmen; etwa 9 von 10 Start-ups scheitern. Das liegt jedoch nicht zwangsläufig an den Gründern selbst. Innovation heißt auch Verfügbarkeit. Hier kann ein starker Partner aus der Branche helfen, der nicht nur Geld und Know-how zur Verfügung stellt, sondern auch die eine oder andere Tür öffnet (S. 46).

Melanie Ehrhardt

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