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Amazon drängt tiefer in Apothekenmarkt: Nader Kabbani wird neuer Pharma-Leiter

Bereits im vergangenem Jahr stieg Amazon in das Arzneimittelgeschäft ein. Nun soll dieser Bereich weiter vorangetrieben werden. Dafür hat der US-Gigant Nader Kabbani zum Pharma-Leiter benannt. Im Unternehmen ist dieser kein Unbekannter.

Amazon-Chef Jeff Bezoz Bildquelle: © Michael Nelson/EPA/dpa

Amazon-Chef Jeff Bezoz

Bereits jetzt vertreiben Apotheker vereinzelt rezeptfreie Medikamente über den US-Handelsriesen Amazon. Und auch der Konzern selbst ist seit geraumer Zeit im Pharma-Geschäft aktiv und übernahm Anfang 2018 die amerikanische Online-Apotheke PillPack. PillPack spezialisiert sich auf die Betreuung von Patienten, die Arzneimittel auf Rezept bekommen: Die Firma stellt die Medikamente zusammen, organisiert den Versand und sorgt auch für Nachschub bei chronischen Erkrankungen. Amazon nannte am Donnerstag keinen Kaufpreis.

Der weltgrößte Online-Händler war wohl nicht der einzige Interessent: Im April letzten Jahres hatte der Fernsehsender CNBC berichtet, PillPack stehe vor der Übernahme durch den Supermarkt-Riesen Wal-Mart. Der Preis liege unterhalb der Marke von einer Milliarde Dollar, hieß es damals unter Berufung auf informierte Personen.

An der Börse wurde der Zukauf als Beginn einer Attacke von Amazon auf den Apotheken-Markt in den USA aufgenommen. Die Aktien der großen Drogerie-Ketten, die auch als Apotheken agieren, brachen ein. Die Papiere von Walgreens und CVS verloren zum Handelsstart am Donnerstag gut neun Prozent, der Kurs von Rite Aid sackte sogar um rund 13 Prozent ab.

Pharma-Geschäft bekommt neuen Leiter

Um den Bereich nun weiter zu fördern, hat Amazon einen neuen Leiter ernannt: Nader Kabbani. Kabbani ist bereits seit 14 Jahren für das Unternehmen tätig und wurde nun mit einer neuen Aufgabe betraut. Der Amazon-Veteran sei nun »Vice President of Supplies, Special Projects«, berichtet CNBC unter Berufung auf ein internes Dokument des US-Handelsgiganten. Zu seinen Aufgaben zählt nun auch die Betreuung des Teams von PillPack.

Bekannt ist Kabbani insbesondere für seine jahrelange Arbeit mit Amazons E-Reader Kindle, den er von 2007 bis 2013 betreute. Neben seinem Job als Vizepräsident von Kindle Direct Pusblishing betreute der langjährige Amazon-Mitarbeiter die Aufgaben des Vizepräsidenten »of Worldwide Transportation and Logistics« sowie zuletzt des Zustelldienstes Amazon Flex. Über einen Hintergrund in der Pharma- und Gesundheitsbranche verfügt Kabbani zwar nicht, durch seine Expertise in den Bereichen Logistik und Lieferketten soll er das Pharma-Geschäft nun aber erfolgreich vorantreiben.

Homecarebereich besonders attraktiv

Die Branche bietet enormes Potenzial - allein in den USA sollen jährlich mehr als vier Milliarden Rezepte bestellt werden. Und wie auch in vielen anderen Bereichen findet auch in dieser Branche ein Wandel statt. »Egal wie kompliziert die Gesundheitsfürsorge hinter den Kulissen ist, die Verbraucher sehen die Apotheke als eine weitere E-Commerce-Kategorie an«, erklärt Jonathan Schwartz, CEO von CareZone, gegenüber finanzen.net. »Sie wollen moderne digitale Erlebnisse. Traditionelle Anbieter sollten ihren Ansatz zur Kundenbindung überdenken.«

Im CNBC-Bericht wird zudem über eine mögliche Doppelstrategie von Amazon im Apothekenmarkt berichtet. Die Übernahme von PillPack könne dem Konzern helfen, einen Fuß in den extrem schnell wachsenden Heimversorgungsmarkt zu setzen. Gleichzeitig könne die Supermarktkette Whole Foods dazu genutzt werden, eine eigene Apothekenkette aufzubauen. Amazon hatte Whole Foods 2016 übernommen. (dpa/me)

Quellen:

US-Handelskonzern: Amazons Apothekensparte nimmt Formen an (DAZ Online)

Neuer Pharma-Leiter: Amazon drängt tiefer in das Apothekengeschäft (finanzen.net)