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Start-up des Monats: Medineering: Ein Arm für alle Fälle

Junge Gründer, große Ideen – Start-ups sind auch für die Medizin zu wichtigen Innovatoren geworden. Wir möchten einige dieser Köpfe genauer vorstellen. Dieses Mal: »Medineering«. Das Unternehmen aus München unterstützt Chirurgen mit einem zusätzlichen Arm.

Das Medineering-Team bei der Verleihung des Bayerischen Innovationspreises. Bildquelle: © Medineering

Das Medineering-Team bei der Verleihung des Bayerischen Innovationspreises.

Wie lautet euer Elevator Pitch?

Medineering unterstützt Chirurginnen und Chirurgen mit Robotik, sodass diese ihre Fähigkeiten auch in immer komplexer werdenden OP-Situationen ideal einsetzen können. Das ebnet den Weg für neue OP-Techniken. Mit unserer speziell für die Chirurgie entwickelten modularen Robotik- Plattform können wir unterschiedliche klinische Problemstellungen adressieren und Ärzte mit anwendungsspezifischen Robotik-Lösungen versorgen, die diese wie eine dritte Hand unterstützen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Digitalisierung in der Chirurgie bedeutet zwangsläufig Robotik in der Chirurgie. Zudem existiert der Wunsch nach immer schonenderen Operationsmethoden, was für den Patienten Vorteile mit sich bringt, aber auch die Arbeitssituation der Chirurgen erschwert. Folglich war uns klar, dass die Robotik ihren Weg in die Chirurgie findet. Vielmehr stellten wir uns die Frage, wie sich Robotik sinnvoll in den komplexen Bereich der Chirurgie integrieren lässt. Wir wollten Robotik entwickeln, die perfekt in den Operationssaal und den chirurgischen Workflow passt, leicht zu handhaben ist und gleichzeitig Lösungen für eine Vielzahl chirurgischer Anwendungen hervorbringt.

Was war euer größter Erfolg?

Der Zulassungsprozess für Medizinprodukte ist bekanntermaßen sehr aufwendig. Daher war es bisher unser größter Erfolg, dass wir es geschafft haben, unsere erste Robotik-Lösung CE-zuzulassen. Das System setzt sich aus einem Positionierarm, der direkt am OP-Tisch angebracht wird, einem kleinen Roboter sowie einem Fußpedal zusammen und entlastet Chirurgen vom dauerhaften Halten und Bewegen des Endoskops. Seit einem Jahr wird dieses System nun klinisch eingesetzt und bietet vor allem für die endoskopische Ohrchirurgie und die transnasale Schädelbasischirurgie ein enormes Potenzial.

Und der größte Rückschlag?

Ein großer Rückschlag hat uns glück­licherweise noch nicht getroffen. Vielmehr gibt es auf dem Weg zu einem zugelassenen High-Tech-Medizinprodukt viele kleine und große Hürden zu überwinden, die den Prozess oftmals erschweren und verlangsamen. Diese Problemstellungen zu lösen ist aber auch genau die Herausforderung, um die es in der Medizinrobotik geht.

Wo seht ihr euch in fünf Jahren?

In fünf Jahren möchten wir unserer Vision, die Vorteile von Robotik einer Vielzahl von Patienten zugänglich zu machen, ein großes Stück nähergekommen sein. Das bedeutet, dass sich die Medineering Robotic Endoscopy am Markt etabliert hat und die Verbreitung schonender OP-Techniken wie die endoskopische Ohr-Chirurgie maßgeblich mitvorangetrieben hat. Zudem wird es weitere Produkte für unterschiedliche chirurgische Fachbereiche geben, die auf der unserer Robotik-Plattform basieren.

Wie sieht die Medizin der Zukunft aus?

Operationen werden durch immer kleinere Zugänge erfolgen, um das Trauma für den Patienten so gering wie möglich zu halten. Trotz dieses steigenden Komplexitätsgrades wird sich die Patienten­sicherheit erhöhen und die chirurgische Arbeit angenehmer und effizienter werden, da Operateure während eines Eingriffs auf umfassende technische Unterstützung zurückgreifen können. Beispielsweise wird Künstliche Intelligenz dafür sorgen, dass ein weltweites, kollektives klinisches Wissen entsteht, welches intraoperativ mit Hilfe von Augmented Reality dem Chirurgen verfügbar gemacht und dargestellt wird. Durch patientenindividuelle operative Techniken, Instrumente und Implantate wird der Individualität des Menschen noch stärker Rechnung getragen werden – und Robotik wird dafür sorgen, dass digitale, patientenindividuelle Informationen physisch auf das Operationsgebiet übertragen werden.

Fakten zum Start-up:
Anzahl der Kunden: -
Gründung: 2014
Mitarbeiter: 15
Finanzierung: -

Medineering GmbH 
www.medineering.de

Zuerst gesehen
Dieser Beitrag stammt aus der Medizin+elektronik Nr. 2 vom 26.03.2019. Hier geht’s zur vollständigen Ausgabe.

 

»Digitalisierung in der Chirurgie bedeutet zwangsläufig Robotik in der Chirurgie.« Bildquelle: © Medineering

»Digitalisierung in der Chirurgie bedeutet zwangsläufig Robotik in der Chirurgie.«