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Kooperations-Projekt »Herz-Held«: Besser und sicher leben mit Herzinsuffizienz

Rund 2 Mio. Menschen leiden deutschlandweit an chronischer Herzinsuffizienz, sie zählt noch immer zu den häufigsten Todesursachen. Im Rahmen des Projekts »Herz-Held« haben sich Vitabook, Abbott, Novartis und Microsoft ein Frühwarnsystem entwickelt, dass die Sterblichkeitsrate senken könnte.

Mit jährlich 45.000 Todesfällen zählt Herzinsuffizienz zu den häufigsten Todesursachen. Bildquelle: © Pixabay

Mit jährlich 45.000 Todesfällen zählt Herzinsuffizienz zu den häufigsten Todesursachen.

Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle von Herzinsuffizienz sind eine große Herausforderung für Ärzte. Die Künstliche Intelligenz in der Microsoft Azure Cloud und der Therapie-Konfigurator von Vitabook bieten Unterstützung bei Therapien für Herzpatienten. Seit Herbst 2018 wird sie im Rahmen eines Pilotprojekts namens »Herz-Held« in der Praxis des Rostocker Kardiologen Dr. Jens Placke eingesetzt. Das Projekt entstand auf Initiative der Gesellschaft für integrierte Versorgung von Patienten mit Herz-Kreislauf Erkrankungen e.V.(GiVHK). Ziel des Projekts ist es, vom Patienten und vom Arzt erhobene Daten zu aggregieren, zu analysieren und daraus evidenzbasierte Empfehlungen für individuell optimale Therapien zu entwickeln.

Die Azure Cloud von Microsoft liefert das Datenanalyse-Tool: Die großen Datenmengen können in der sicheren Cloudumgebung bewegt und eingeordnet werden. Mithilfe der hinterlegten KI-Algorithmen hat der Arzt ein umfassendes Assistenzsystem, um die optimale Therapie zu identifizieren.

Vitabook bietet mit dem Therapie-Konfigurator eine Kommunikations-Schnittstelle zwischen Arzt und Patient: Der Arzt definiert die Therapie, der Patient erhält automatisch einen voll ausgearbeiteten Therapieplan in seine Online-Gesundheitsakte. Über eine App kann der Patient hier die im Therapieplan exakt erfragten Daten eingeben, außerdem alle weiteren Befunde zentral sammeln und verwalten.

Sechs Module für neue Wissensmodelle und deren Anwendung

Herz-Held besteht aus sechs Modulen. Zunächst konfiguriert der Arzt mit dem Therapieplan.Plus sämtliche Aspekte. Dabei kann er auf definierte Vorlagen zurückzugreifen und den fertigen Therapieplan per Knopfdruck dem Patienten digital zur Verfügung zu stellen. Der Patient erhält diesen über die Anwendung Patient.Plus  – mit Informationen über alle relevanten Aspekte der Erkrankung und Therapie und exakten Definitionen von zu erfassenden Symptom-Beobachtungen, zu erfassenden Vital-Werten, der Medikation mit Dosierschema und relevanter Folge-Aktivitäten. Die Daten meldet er dem Arzt.

Mithilfe der Anwendung extrax stellt der Arzt aus seiner Arztsoftware sämtliche Parameter, die zum Patienten hinterlegt sind, zur Verfügung. Mit der Versorgungs-Forschungsdatenbank Destiny werden die Daten von Patient.Plus und der Arzt-Software zusammengeführt. Im nächsten Schritt werden die zusammengeführten Daten in der Microsoft Azure Cloud analysiert, um daraus neue Erkenntnisse zu gewinnen. Schließlich entwickelt das Expertensystem Qonsilus aus dem vorhandenen Wissen von Medizinern und den Erkenntnissen, die sich aus der Microsoft-Analyse ergeben, ein neues Wissensmodell. Dieses wird auf die von Arzt und Patient erhobenen Daten angewendet. Daraus entstehen optimale Therapievorschläge. (me)