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Medtec Live: Interview Alexander Stein: »Wir sind keine reine Produktshow«

Vom 21. – 23. Mai 2019 findet erstmals die Medtec Live in Nürnberg statt. Gemeinsam mit dem parallel stattfindenden Medtech Summit wollen die Veranstalter die gesamte Wertschöpfungskette abbilden – vom Zulieferer bis hin zum Endanwender.

Alexander Stein, Veranstaltungsleiter: »Ich glaube auch daran, dass Künstliche Intelligenz ärztliche Diagnosen besser machen kann« Bildquelle: © Messe Nürnberg

Alexander Stein, Veranstaltungsleiter: »Ich glaube auch daran, dass Künstliche Intelligenz ärztliche Diagnosen besser machen kann«

Die Frage ist nicht »Ob es eine Messe für die Medizintechnik im Mai geben muss?«, sondern »Wie viele?«. Denn mit der Medtec Live in Nürnberg findet bereits die zweite Messepremiere statt. Wir sprachen mit Alexander Stein, Veranstaltungsleiter der Nürnberg Messe, über die Ziele, Themen und Ausrichtung der Messe sowie dem begleitenden Medtech Summit.

Medizin+elektronik: Am 21. Mai 2019 öffnet die Medtec Live erstmals ihre Tore. Was können die Besucher erwarten?

Alexander Stein: Einen Blick in die Zukunft der Medizintechnik mit etablierten Unternehmen, vielen spannenden Start-ups und jeder Menge Wissensvermittlung. Ob im Fachforum der Medtec Live oder dem international besetzten Kongress Medtech Summit: Wir wollen Anwender, Forscher, Hersteller und Zulieferer entlang der gesamten Wertschöpfungskette der medizinischen Technik zusammenbringen.

Was unterscheidet die Messe von anderen Medtech-Messen, zum Beispiel der Medica oder der Compamed?

Die Größe! Und das meine ich durchaus als positives Alleinstellungsmerkmal. Wir bieten kurze Wege und setzen auf den direkten Austausch mit konsequent europäischer Ausrichtung. Und mit unserem Partnering-Format, bei dem wir Gesprächspartner zu vertraulichen Eins-zu-eins-Gesprächen zusammenbringen, vertiefen wir den Austausch.

Was werden die Trendthemen und thematischen Schwerpunkte in Nürnberg sein?

Wir richten die Messe konsequent an den aktuellen Themen der Branche aus. Hier stehen Themen für ein zukunftsorientiertes Medtech-Business im Vordergrund. Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Bio-Materialien oder Cybersicherheit sind nur einige Schlagworte aus dem Fachprogramm.

Die MDR ist nach wie vor ein Thema, dass insbesondere die OEMs vor Herausforderungen stellt. Spüren Sie das auch im Messeprogramm? Werden die Aussteller vorsichtiger mit dem, was sie zeigen (wollen)?

Die MDR ist ein großes Thema. Aber nicht in dem Sinn, dass sich die Aussteller zurückhalten. Wir spüren eher den immer noch großen Informationsbedarf, wie mit der MDR und den anstehenden Neuzulassungen zu verfahren ist. Es herrscht allgemein Unsicherheit, wie der enge Zeitplan überhaupt zu bewältigen ist. Und genau an dieser Stelle setzt unter anderem unser Partner, der ZVEI, an, der im Fachforum eine höchst aktuelle Session zur MDR anbieten und aufklären wird.

Welche Aspekte stehen auf der Messe besonders im Fokus? Gibt es hierfür spezielle Foren?

Wir wollen deutlich mehr als eine Produktshow sein. Wir wollen Akteure aus allen Bereichen der Wertschöpfungskette zusammenbringen und zum gemeinsamen Arbeiten anregen. Dafür braucht es fachliche Wissensvermittlung, die wir in den frei zugänglichen Messeforen und nach Themenschwerpunkten aufgebaut bieten werden.

Wie präsentieren sich die Aussteller? Stehen vor allem Produktneuheiten oder die Kontaktpflege im Fokus?

Beides ist wichtig. Aber unser Alleinstellungsmerkmal ist sicher die enge Vernetzung aller Akteure.

Aus welchen Abteilungen stammen die Teilnehmer – Vertrieb, Produktentwicklung, Management?

Auf den Seiten der Aussteller erwarten wir nicht nur die Vertriebler, sondern aufgrund des Plattform-Charakters auch Produktmanager und Produktentwickler. Besucherseitig sprechen wir neben F&E-Experten gezielt auch die Einkäufer und das Management an. Unser Ziel ist, Menschen aus Forschung und Entwicklung über Entscheider und Einkäufer bis hin zum Anwender in Klinik oder Praxis anzusprechen.

Wie international ist die Messe? Woher kommen die Teilnehmer?

Wir haben nach heutigem Stand Aussteller aus 26 Ländern. Besucher erwarten wir aus der gesamten Welt – natürlich mit einem Schwerpunkt in Europa.

Warum haben Sie sich für Nürnberg als Veranstaltungsort entschieden?

Nürnberg liegt im Zentrum Europas, ist über viele Direktflüge europaweit gut angebunden, über Schiene und Straße perfekt erreichbar. Außerdem bietet das Messegelände auch durch die enge räumliche Verbindung von Kongress und Ausstellungsflächen sehr kurze Wege für die Besucher. Nicht zuletzt ist Nürnberg ein starker Medtech-Standort.

Zum neuen Programm gehört sozusagen auch ein alter Bekannter. Was können die Teilnehmer des MedTech Summit erwarten? Welche Themen stehen hier im Fokus?

Der Kongress will mit 53 Vorträgen aktuelle Einblicke in Cross-Technology-Ansätze, Branchentrends und Prozesse bieten. Allein 17 Workshops werden für die Vertiefung angeboten. Die Themen reichen von Miniaturisierung und Robotics über Data-Analytics und Industrie 4.0 bis hin zur aktuellen Regulierung.

Aus welchen Abteilungen stammen beim Medtech Summit die Teilnehmer – Vertrieb, Produktentwicklung, Management?

Der Medtech Summit schlägt die Brücke hin zur medizinischen Anwendung. Wenn in den Messehallen die Produkte und ihre Herstellung im Mittelpunkt stehen, geht es beim Kongress um die Anwendung in Diagnostik oder Therapie. Hier sind also Forscher, Hersteller und Anwender gleichermaßen vertreten.

Sicherlich werden wir auch in Nürnberg – sowohl bei den jungen als auch bei den etablierten Unternehmen – Entwicklungen sehen, deren Einsatz für die meisten von uns heute noch unvorstellbar ist. Aber wenn Sie einen Blick in die Glaskugel werfen könnten, wie sieht für Sie dann die Medizin der Zukunft aus?

Als Nicht-Mediziner faszinieren mich Miniaturisierung und Personalisierung gleichermaßen. Ich finde die Vorstellung faszinierend, dass wir in der Zukunft mit Nano-Robotern Medikamente, die exakt auf meinen Körper abgestimmt sind, direkt dort applizieren können, wo sie wirken sollen. Ich glaube auch daran, dass Künstliche Intelligenz ärztliche Diagnosen besser machen kann, weil die Algorithmen Daten viel granularer analysieren können, als es auch der erfahrene Arzt heute kann. Aber gleichzeitig bleibt die gesellschaftliche Herausforderung, die medizinischen und medizintechnischen Errungenschaften für viele Menschen in allen Teilen der Welt erreichbar zu machen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Zuerst gesehen

Dieser Beitrag stammt aus der Medizin+elektronik Nr. 3 vom 02.05.2019.

Hier geht’s zur vollständigen Ausgabe.