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Terminerinnerung per SMS: Jeder Vierte vereinbart Arzttermine online

Eine wachsende Anzahl von Patienten will nicht mehr nur per Telefon mit Arztpraxen in Kontakt treten, sondern wünscht sich eine einfachere und zeitgemäße Kommunikation über das Internet. Das hat eine repräsentative Umfrage des Digitalverbandes Bitkom ergeben.

Diagnosen via Handy sind in Baden-Württemberg schon bald Realität. Bildquelle: © Pixabay

 3 von 10 Deutschen nutzen Terminerinnerung per SMS

Demnach könnten sich 38 Prozent vorstellen, ihre Termine online zu vereinbaren, 26 Prozent tun dies bereits. 41 Prozent würden per WhatsApp oder Chat mit dem Arzt oder dessen Praxisteam kommunizieren und immerhin jeder Zehnte hat ein solches Angebot in der Realität schon einmal genutzt.

Wie aus der Umfrage weiter hervorgeht, möchten sich 39 Prozent per SMS oder E-Mail an fällige Vorsorgeuntersuchungen erinnern lassen, 27 Prozent der Befragten haben von einem solchen Service schon einmal profitiert. Per E-Mail mit Ärzten oder Krankenhäusern würden 36 Prozent in Kontakt treten, und 16 Prozent haben dies in der Vergangenheit schon einmal getan.

»Wir sehen quer durch alle Altersgruppen eine große Aufgeschlossenheit gegenüber digitalen Angeboten im Gesundheitsbereich«, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Gerade kranken oder körperlich beeinträchtigten Menschen solle man den Kontakt mit dem Arzt so einfach wie möglich machen. »Das beginnt bei der Online-Terminvereinbarung und hört bei der Kommunikation via Chats und Messenger nicht auf. Der Service im Gesundheitswesen kann durch solche Angebote schnell und wirksam verbessert werden. Die digitalen Angebote für Patienten sollten weiter ausgebaut werden.«

Auch in anderen Bereichen besteht eine große Offenheit gegenüber digitalen Technologien. So können sich 6 von 10 Befragten (58 Prozent) vorstellen, dass während einer Operation Spezialisten aus der Ferne per Video in den OP-Saal geschaltet werden, um dem ausführenden Arzt Hinweise und Hilfestellungen zu geben. Fast jeder Zweite (49 Prozent) würde via Telemedizin Ärzte aus dem Ausland konsultieren, etwa um eine zweite Meinung einzuholen. Auch an der Digitalisierung ihrer Patientendaten zeigen die Deutschen großes Interesse: 47 Prozent können sich die telemedizinische Überwachung ihres Gesundheitszustandes vorstellen. Der Arzt kann so etwa bei chronisch kranken Menschen Blutdruck oder Blutzuckerwerte aus der Ferne überprüfen. Jeder Vierte (26 Prozent) möchte außerdem seine Untersuchungsergebnisse wie MRT-Befunde in digitaler Form, etwa auf CD bekommen. Mehr als jeder Zweite (55 Prozent) hat von diesem Service schon einmal Gebrauch gemacht.

»Digitale Technologien bieten in der Gesundheitsbranche enorme Vorteile«, betont Rohleder. Jetzt sei wichtig, dass Ärzte, Kliniken und Krankenkassen die technischen Möglichkeiten für sich selbst konsequent nutzen und allen Patienten zur Verfügung stellen. Leistungsfähige Patientenversorgung wird künftig nur noch mit digitaler Unterstützung funktionieren – insbesondere da, wo Fachärzte fehlen oder lange Wege für einen Arztbesuch notwendig sind. Telemedizinische Angebote müssen daher umfassend in die Regelversorgung mit aufgenommen werden. (me)