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Studie Global Pricing Study 2019: Zwei Drittel der MedTech-Unternehmen befinden sich im Preiskampf

Eine aktuelle Studie zeigt: Der Preisdruck in der Branche ist hoch: Fast 70 Prozent der MedTech-Unternehmen waren in den letzten zwei Jahren großem Preisdruck ausgesetzt. Nur 18 Prozent planen eine gezielte Preiserhöhung im kommenden Jahr.

Mehr Geld für Start-ups: Die EU will dafür 410 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Bildquelle: © Pixabay

Simon-Kucher & Partners: »Zwei Drittel der MedTech-Unternehmen befinden sich im Preiskampf.«

Die MedTech-Branche zeigt in diesem Jahr deutlich: Bei großem anhaltendem Preisdruck bleiben Preiskämpfe nicht aus. Insgesamt fühlen sich aktuell 72 Prozent der MedTech-Unternehmen in einen Preiskampf verwickelt, den sie entweder bewusst oder auch unbewusst selbst begonnen haben. Der Anteil der Unternehmen, die sich im Preiskampf befinden, liegt in der medizintechnischen Branche damit deutlich höher als in anderen Industrien (durchschnittlich 57 Prozent). Zu diesem Ergenis kommt die globalen Studi Global Pricing Study 2019 - Fokus MedTech* von Simon-Kucher & Partners.

Auf die Frage nach den entscheidenden Treibern für profitables Wachstum gibt jedes zweite MedTech Unternehmen eine Erhöhung der Verkaufszahlen an. Doch auch das Wissen um die enorme Hebelwirkung von Pricing bezogen auf Wachstum scheint in der MedTech-Branche deutlich verbreiteter zu sein als in anderen Branchen: 27 Prozent der befragten Unternehmen sehen Preiserhöhungen als wichtigsten Gewinntreiber. Branchenübergreifend seien nur 12 Prozent der Unternehmen dieser Ansicht.

Dennoch sind die Ambitionen zur Preiserhöhung in der Branche eher gering, nur 18 Prozent der Unternehmen planen laut Studie eine gezielte Preiserhöhung im kommenden Jahr. Dazu Jörg Krütten, Senior Partner und Leiter der globalen Life Sciences Practice bei Simon-Kucher: »In den meisten Fällen ist das darauf zurückzuführen, dass bisherige Preiserhöhungsprogramme nicht sehr erfolgreich waren.«

Digitalisierung bringt Umsatzwachstum

Um dem steigenden Druck gerecht zu werden, würden die Unternehmen in der Medizintechnik weiterhin auf die Digitalisierung ihrer Produkte und Services setzen. 75 Prozent der Wettbewerber haben demnach in den letzten drei Jahren in Initiativen zur Digitalisierung ihrer Prozesse und Services investiert. Das erklärte Ziel von 44 Prozent der Unternehmen sei dabei jedoch vor allem die Kostensenkung und nicht speziell das Umsatz- und Gewinnwachstum.

Die Studie zeige auch, dass sich der Verkauf über Online-Kanäle in der Branche längst noch nicht durchgesetzt hat: 23 Prozent der Unternehmen nutzen noch keine digitalen Verkaufsportale. Michael Keller, Senior Director bei Simon-Kucher stellt fest: »Noch auffälliger ist die Tatsache, dass nur ein Zehntel der Unternehmen überhaupt signifikante Verkaufszahlen über Online-Kanäle erreicht.« (me)

*Über die Global Pricing Study 2019: In der Global Pricing Study (GPS) befragt Simon-Kucher & Partners regelmäßig Unternehmen weltweit aus unterschiedlichsten Branchen zu ihren Wachstums-, Preissetzungs- und Digitalisierungsstrategien. An der GPS 2019 nahmen im Rahmen einer Online-Befragung zwischen März und April rund 1.650 Unternehmen aus über 30 Ländern teil.