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Medica Labmed Forum: Hochleistungsmedizin ist auch eine Frage der Diagnostik

Was passiert im Labor der Zukunft? Und wie lassen sich Diagnosen noch genauer und idealerweise noch schneller direkt am Behandlungsort stellen? Antworten darauf erhalten die Besucher der Medica vom 18. bis 21. November 2019 in Düsseldorf.

Das Medica Labmed Forum rückt die Topthemen der Labormedizin in den Fokus. Bildquelle: © Messe Düsseldorf

Das Medica Labmed Forum rückt die Topthemen der Labormedizin in den Fokus.

Der Bereich der Labortechnik und Diagnostica wird mit mehr als 800 Ausstellern, darunter Rückkehrer wie Abbott und Euroimmun, die gerade erst fertiggestellte neue Messehalle 1 beziehen und hier alle Trendthemen einer modernen Labormedizin thematisieren. 

Fortschritte aus labormedizinischer Betrachtung für die Gebiete der Mikrobiologie, Kardiologie und Onkologie stehen darüber hinaus im Fokus der Sessions beim Medica Labmed Forum. Außerdem geht es hier um ein weiteres wichtiges Branchenthema: die Nachwuchsförderung und Berufsperspektiven für junge Wissenschaftler. Das Forum findet ebenfalls in der über 12.0000 Quadratmeter großen Halle 1 seinen neuen Platz und wird organisiert von Prof. Dr. Georg Hoffmann (medizinischer Fachverlag Trillium) in Kooperation mit dem Deutschen Herzzentrum München.

Den Programmauftakt am 18.11. bildet unter dem Vorsitz von PD Dr. med. Beniam Ghebremedhin (Universität Witten/ Herdecke, Helios Universitätsklinikum Wuppertal) das derzeit vielfach gehypte Thema »Mikrobiomanalytik«. Hierbei geht es unter anderem um die Sequenzierung der genomischen Information sämtlicher Mikroorganismen im Körper, die Krankheitsprozesse entscheidend mitbestimmen.

Prof. André Gessner (Institut für Mikrobiologie und Hygiene, Universitätsklinikum Regensburg) wird in seinem Einführungsvortrag einen Bogen von den großen analytischen Herausforderungen bis zu überraschenden Erkenntnissen bezüglich der sogenannten »Darm-Hirn-Achse« schlagen. Beispielhaft berichten Dres. Laura Steenbergen (Universität Leiden, NL) und Jean-Pierre Trezzi (Universität Luxemburg) über die Bedeutung des Mikrobioms für die Entstehung von Depressionen und M. Parkinson.

Nicht minder spannend geht es am ersten Nachmittag in Düsseldorf weiter. Dann wird ein völlig neues Feld der Analytik beleuchtet, in dem auch Start-ups tätig sind – die Atemanalyse. Aus Atemluft können leichter und schneller diagnostisch wertvolle Aussagen gewonnen werden als aus dem Blut – nicht nur bei Infektionen und Tumoren der Lunge, sondern auch bei Krankheiten des Verdauungstrakts und etlichen Entzündungen. Die Anwendungsbereiche für diese Fragestellungen werden von Dres. Simona Cristescu, Dr. Agnieszka Smolinska und Dr. Wolfgang Vautz skizziert. Für einen  technologischen Überblick wird Prof. Wieland Voigt von der Steinbeis-Hochschule Berlin sorgen.

Brückenschlag zur Sportmedizin

Die Tage zwei und drei (19./ 20.11.) sind unter der Leitung von Prof. Stefan Holdenrieder (Deutsches Herzzentrum München) den Herz-Kreislauf- sowie Krebserkrankungen gewidmet. Hierbei geht es um neue wissenschaftliche und technologische Entwicklungen, molekulare Hightech-Analyse-Verfahren und moderne Anwendungen Künstlicher Intelligenz (KI) für Laboratorien sowie den Einsatz von kleinen und intelligenten Diagnostik-Geräten für Sportler und Patienten.

Für den Themenblock Herzkreislaufdiagnostik werden PD Dr. Markus Krane vom Deutschen Herzzentrum München und Prof. Bernd Giebel von der Universität Essen innovative Verfahren zur Regeneration von Herzgewebe aus Stammzellen und Exosomen vorstellen. Neuigkeiten zu kardiologischen Biomarkern bei Kindern und zur dringend notwendigen Standardisierung von Biomarker-Daten werden von PD Dr. Oktay Tutarel, ebenfalls vom Deutschen Herzzentrum, und von Prof. Frank Klawonn von der TU Braunschweig zu erfahren sein.

»Wegen des großen Interesses im letzten Jahr haben wir diesmal im Kardiologie-Block der Sportmedizin einen ganzen Nachmittag eingeräumt«, so Forum-Organisator Prof. Dr. Georg Hoffmann. Dort berichtet Prof. Perikles Simon, Universität Mainz über zirkulierende Nukleinsäuren als neue Biomarker für sportliche Aktivität und Leistungsfähigkeit, und Prof. Billy Sperlich (Universität Würzburg) führt das Auditorium von der sportmedizinischen Diagnostik im Hochleistungssport hin zur Anwendung im Breitensport.

Treffsichere Krebsdiagnose aus dem Blut

Bei der Diagnostik von Krebserkrankungen ist laut Prof. Christopher Poremba, München, die histo- und molekularpathologische Untersuchung des Gewebes weiterhin der Goldstandard – zunehmend unterstützt durch digitale Bildauswertungsverfahren. Dr. Volker Bruns vom Fraunhofer IIS Erlangen beleuchtet den »praxisnahen Einsatz der Künstlichen Intelligenz in der digitalen Pathologie« am dritten Forum-Tag (20.11.). Wie vielschichtig dieses Thema ist und bereits aktuelle Anwendung in der Blutdiagnostik findet, werden Prof. Frank Klawonn und Dr. Dr. Huub van Rossum (Antoni van Leeuwenhoek Hospital Amsterdam, Netherlands Cancer Institute) aufzeigen.

Eine erhebliche Erweiterung der diagnostischen Möglichkeiten bieten künftig Mutationsnachweise aus dem Blut, die derzeit als »Liquid Biopsy« und »Liquid Profiling« von sich reden machen. Damit können Tumoren auch dann molekular charakterisiert werden, wenn keine Gewebe-Biopsie durchgeführt werden kann, was im Rahmen der personalisierten Krebstherapie erstmals auch engmaschige Verlaufskontrollen ermöglicht.  Den aktuellen Stand und die Zukunftsperspektiven fasst Prof. Nicola Normanno von der Universität Neapel am 20.11., nachmittags, zusammen.

Die Zukunft im Blick, jungen Talenten auf der Spur

Fast genauso anspruchsvoll wie der Nachweis von Krankheiten gestaltet sich auch für den Bereich der Biowissenschaften zunehmend die Suche nach jungen Talenten. Das ist Thema am Schlusstag der Medica 2019 (21. November). Dann werden für junge Ärzte und Naturwissenschaftler noch einmal besonders spannende Felder sowie aktuelle Trends im Laborbereich vermittelt und nachmittags Chancen für die berufliche Weiterentwicklung – sowohl im akademischen als auch industriellen Umfeld. Dabei geht es neben fachlichen Aspekten auch um generelle Fragestellungen, wie etwa der Vereinbarkeit von Karriere und Beruf. Dieser Thementag beim wird inhaltlich ausgestaltet mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) sowie dem Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH). (me)