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Medizinische Innovationen: Von Fortschritt müssen alle profitieren

Armut und Gesundheit stehen in einem engen Zusammenhang und sie wirken gegenseitig aufeinander. Arme Menschen sind weniger gesund und sie sterben früher; reiche Menschen sind gesünder und haben eine längere Lebenserwartung. Das ändert sich auch in einer digitalen und globalisierten Welt nicht.

Melanie Ehrhardt, Redakteurin Medizin+elektronik Bildquelle: © Weka

Melanie Ehrhardt, Redakteurin Medizin+elektronik

Armut und Gesundheit stehen in einem engen Zusammenhang und sie wirken gegenseitig aufeinander: Eine Studie des Robert Koch Instituts (RKI) zeigt,  dass Personen, die einem Armutsrisiko unterliegen, also weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung haben, weitaus häufiger vor dem 65. Lebensjahr sterben.

Kurz: Arme Menschen sind weniger gesund als wohlhabendere Menschen und sie sterben früher; reiche Menschen sind gesünder und haben eine längere Lebenserwartung. Die Bekämpfung von Armut erhöht die Lebenserwartung, eine bessere Gesundheit trägt zum Abbau von Armut bei. Das stimmt, ist aber auch nur die halbe Wahrheit. Denn Krankheiten interessieren sich nicht für Alter, Geschlecht, Religion oder Herkunft; sie können jeden treffen – unabhängig von sozialem und finanziellem Status. Doch wie der einzelne behandelt wird, das macht durchaus einen Unterschied.

In Deutschland merken wir das schon im ganz kleinen Rahmen. Aber wer das nötige Kleingeld oben drauflegt, kann sich auch als Kassenpatient den ein oder anderen »medizinischen Luxus« leisten. So lange wir von einfachen Behandlungen, zum Beispiel Kunststoff- statt Amalgamfüllungen sprechen, mag das in Ordnung sein. Schwieriger wird es, wenn wir von neuen Diagnosemöglichkeiten und Therapien sprechen, deren Kosten der »Normalsterbliche« nur erahnen kann.

Das ändert sich auch in einer digitalen und globalisierten Welt nicht. Denn Technik schützt nicht vor Ungerechtigkeit, im schlimmsten Fall befeuert sie sie nur.  »Zu Recht werden große Hoffnungen in den Fortschritt in Wissenschaft und Forschung gesetzt«, schreibt Thomas Schulz in seinem Buch »Zukunftsmedizin«. Gleichzeitig warnt er vor der zunehmenden Gefahr, dass die Profiteure am Ende nur eine Bildungselite, ein paar wenige Wohlhabende, sein werden. »Technologie ist auch ein Machtinstrument«, schreibt Schulz. Industrielle Dominanz verschaffe gesellschaftlichen Vorsprung. »Wer das versteht und die richtigen Rahmenbedingungen schafft, wird erfolgreicher sein als andere.«

Und da ist sie wieder: die Kluft zwischen arm und reich; zwischen krank und gesund. Diese zu überwinden, ist eine globale Aufgabe, die wir lieber heute als morgen angehen sollten. Das gibt es nicht auf Rezept, sondern erfordert einen interdisziplinären Ansatz, der Industrie, Kostenträger, Wissenschaft und Politik ebenso einbindet wie Ärzte,  Pflegepersonal und Patienten. 

Wir wollen unseren Teil zu diesem Dialog beisteuern und bringen mit der electronica Medical Electronics Conference (eMEC) Menschen zusammen, die im medizinischen Alltag sonst nicht viel miteinander reden. Bereits zum zweiten Mal heißt es am 14. November 2019 im ICM München »Medizin meets Elektronik«. Seien Sie dabei und erleben Sie spannende Vorträge und Diskussionen rund um die Themen Künstliche Intelligenz, Big Data, Bionische Prothesen sowie Wearabales im Kampf gegen Diabetes und COPD. Ausführliche Informationen finden Sie unter https://events.weka-fachmedien.de/electronica-medical-electronics-conference/home/