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Implantate aus Kunststoff: Dank 3D-Druck zum personalisierten »Ersatzteil«

Techniktrend | Bei Materialien in der Medizintechnik gewinnen Kunststoffe zunehmend an Bedeutung. Weil sie häufig neben geringem Gewicht weitere Eigenschaften aufweisen, zum Beispiel mechanische Festigkeit, Biokompatibilität sowie die Möglichkeit der Sterilisation und die Reinraumfertigung.

Die im 3D-Druck hergestellten Implantate für die Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie ermöglichen eine schnellere Genesung und verringern die Operationsrisiken. Bildquelle: © Meditool via Evonik

Die im 3D-Druck hergestellten Implantate für die Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie ermöglichen eine schnellere Genesung und verringern die Operationsrisiken.

Erst kürzlich hat Evonik in das chinesische 3D-Druck Start-up Meditool investiert, das Implantate für die Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie herstellt. Das Verfahren soll eine schnellere Genesung und weniger Nachuntersuchungen der Patienten sowie ein verringertes Operationsrisiko für Ärzte ermöglichen. Meditool entwickelt eigene Hardware- und Softwaresysteme, die Bilder gängiger Magnetresonanztomographen (MRT) und Computertomographen (CT) direkt lesen und verarbeiten können. Aus diesen Daten generiert die Software ein druckbares 3D-Modell und sendet es an einen Drucker. Dieser fertigt die Implantate im 3D-Druck mit dem von Evonik gelieferten Hochleistungspolymer Polyetheretherketon (PEEK).

Individuelle Implantate aus dem 3D-Drucker

Für Patienten und Ärzte sind 3D-gedruckte PEEK-Implantate im Vergleich zu Metall, der derzeit üblichen Lösung für den Orthopädie-Implantat-Markt, revolutionär. Der 3D-Druck ermöglicht eine individuelle Anpassung, sodass beispielsweise eine Platte exakt auf die Schädelform des Patienten abgestimmt werden kann. Dadurch verringert sich die Wahrscheinlichkeit weiterer Eingriffe, um die Größe, Form oder Position des Implantats anzupassen. (me)

Darüber hinaus besitzt der Kunststoff eine geringere Wärmeleitfähigkeit als Metall. Für Patienten, die hohen oder niedrigen Temperaturen ausgesetzt sind, besteht dadurch nicht die Gefahr, dass sich das Implantat stark erwärmt oder abkühlt. Ferner ist das Material biokompatibel und folglich nicht schädlich für lebendes Gewebe. CT- und MRT-Untersuchungen sind nach der Operation ebenfalls möglich.

Implantate aus Kunststoff live erleben

Mitte November (18. bis 21.11.2019) demonstriert die Compamed in Düsseldorf wieder das gesamte Spektrum der Zuliefererkompetenz für die Medizintechnik-Industrie. Vom Katheter bis zum Drucksensor, vom Hüftimplantat bis zur Verpackungsmaschine, vom Lab-on-a-Chip bis zu neuen Materialien für Geräte oder hygienisch kritische Flächen reicht die Neuheitenvielfalt der fast 800 Aussteller aus 41 Nationen in den Messehallen 8a und 8b. In fester Parallelität findet die weltgrößte Medizinmesse Medica statt (5.300 Aussteller aus 69 Nationen).

Aussteller zum Thema:

Evonik (Halle 8b, Stand E24)

 

Schlagworte: 3D-Druck, Kunststoff, Implantate, PEEK

Genannte Firmen: Evonik, Meditool