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Unnützes Wissen: Medizin+fakten to go: Vegetarier erleiden weniger ischämische Schlaganfälle

Neurologie | Auch wenn sich die Therapiemöglichkeiten für Schlaganfallpatienten in den letzten Jahren deutlich verbessert hat, hat nach wie vor die Prävention oberste Priorität. Neben Verzicht auf Alkohol und Nikotin scheint auch der Verzicht auf Fleisch dabei eine Rolle zu spielen.

Grüner Smoothie mit Spinat: Einfach nur lecker oder schon Doping? Bildquelle: © Pixabay

Eine Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Ernährung und Schlaganfallhäufigkeit.

Zusammenfassung

Der jährlich am 29. Oktober stattfindende Welt-Schlaganfall-Tag steht im Zeichen der
Risikoreduktion durch Prävention. Mit dem Aktionstag soll das öffentliche Bewusstsein für das Thema geschärft sowie über die Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten eines Schlaganfalls informiert werden. Eine Studie aus Großbritannien untersuchte den Zusammenhang zwischen Ernährung und Herz- und Gefäßerkrankungen. Vegetarier erlitten weniger ischämische Herzerkrankungen, aber die Rate an hämorrhagischen Schlaganfällen war (leicht) erhöht. Der Nutzen der vegetarischen Kost im Hinblick auf ischämische Ereignisse überwog dieses Risiko.

 

In Deutschland erleidet alle zwei Minuten ein Mensch einen Schlaganfall. Dabei kommt es zu einem »schlagartig« einsetzenden Funktionsausfall des Gehirns. In mehr als Dreiviertel der Fälle handelt es sich um einen Hirninfarkt oder auch ischämischen Schlaganfall aufgrund der Verstopfung eines der hirnversorgenden Gefäße durch ein Blutgerinnsel (Thrombus). Oder es kommt zu einer Einblutung in das Hirngewebe (sogenannter hämorrhagischen Schlaganfall) nach Platzen eines Gefäßes im Gehirn. Typisches Warnsymptom vor einem Schlaganfall ist eine transitorische ischämische Attacke (TIA) mit vorübergehenden neurologischen Störungen oder Sehstörungen.

Fleischfreie Ernähung reduziert Risiko

Neben ausreichend Bewegung ist eine gesunde Kost eine wichtige Präventionsmaßnahme, um das Schlaganfallrisiko zu senken. Eine Studie aus Großbritannien untersuchte den Einfluss einer fleischfreien Kost auf das Schlaganfallrisiko. Insgesamt wurden 48.188 Menschen ohne bekannte kardiovaskuläre Vorerkrankungen in drei Gruppen eingeteilt – in »Fleischesser« (n= 24.428), »Fischesser« (n=7506) und Vegetarier (n=16.254) und über einen medianen Zeitraum von über 18 Jahren beobachtet.

Nach Adjustierung verschiedener sozioökonomischer und Lifestyle-Faktoren zeigte sich, dass »Fischesser« ein um 13% (HR 0,87), Vegetarier sogar ein um 22% reduziertes Risiko für ischämische Herzerkrankungen aufwiesen. »Aber es gibt noch weitere Schlaganfall-Risikofaktoren: Wer viel am Schreibtisch sitzt, sich wenig bewegt und womöglich auch noch raucht oder viel Stress hat, hat ein deutlich höheres Schlaganfallrisiko«, erklärt Professor Dr. Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.

Ernährung ist jedoch nur eine Maßnahme

Häufig ist ein ganzes Bündel an Risikofaktoren, die sich im Laufe des Lebens entwickeln, Ursache für einen Schlaganfall. Deshalb gilt es, durch Vorbeugung das Gesamtrisiko zu senken. Insbesondere mehr Bewegung und bewusstere Ernährung, Stressabbau sowie Nikotin- und Alkoholverzicht sind die aussichtsreichsten Maßnahmen, um über eine Änderung des Lebensstils einen Hirninfarkt zu vermeiden. Ein erhöhter Blutdruck muss konsequent behandelt werden und beim Vorhofflimmern, einer häufigen Form des Herzstolperns, können Schlaganfälle durch eine rechtzeitige Blutverdünnung verhindert werden. (me)

Schlagworte: Neurologie, Schlaganfall, Ernährung

Genannte Firmen: Deutsche Gesellschaft für Neurologie