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Sprechstunde am Mittwoch: Energiewende bei Implantaten

Das Herz versorgt den Herzschrittmacher mit Energie! Auch unsere Redakteurin war hier zunächst skeptisch. Schließlich ist das Organ der Grund, warum Patienten überhaupt erst einen Schrittmacher benötigen. Aber so abwegig ist das gar nicht, denn das Herz ist eine ausgezeichnete Energiequelle.

Melanie Ehrhardt, Redakteurin Medizin+elektronik Bildquelle: © Weka

Melanie Ehrhardt, Redakteurin Medizin+elektronik

Liebe Leser,

Herzschrittmacher sind mitunter echte Energieschleudern. Die Konsequenz: Alle 5 - 10 Jahre müssen die Batterien der Geräte geladen werden. Für den Patienten heißt das, dass er sich nochmal einem Eingriff unterziehen muss. Alternativen müssen her. Und bei der Suche erweist sich ausgerechnet das ursprüngliche Problem als vielversprechender Kandidat.

Denn das Herz ist eine ausgezeichnete Energiequelle; pumpt kontinuierlich Blut in den Kreislauf – 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Dafür wendet das Organ mehr als 1 Watt Leistung auf, was dem rund 200.000-fachen durchschnittlichen Leistungsverbrauch eines modernen Herzschrittmachers entspricht. Ein zweiter Eingriff wird überflüssig.

Aber Energy Harvesting eignet sich nicht nur für Herzschrittmacher, sondern auch für die Pharmaindustrie. Etwa bei intelligenten Verpackungen, die Patienten mithilfe von Elektronik an die Einnahme ihrer Medikamente erinnern. Einer der größten Nachteile ist der Betrieb mit Batterien, die regelmäßig aufgeladen oder ausgetauscht werden müssen. Dieser Herausforderung lässt sich damit begegnen, Energie aus der Umgebung zu gewinnen.

Melanie Ehrhardt

 

Sprechstunde am Mittwoch
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