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Nanokapillaren: Feine Röhrchen

In der Labor-Analytik, in Diagnosegeräten sowie bei der Medikamentendosierung sind sehr feine Kapillar-Röhrchen notwendig, doch deren Herstellung ist gar nicht so einfach.

Nanokapillare Bildquelle: © Molex

Nanokapillar-Röhrchen mit Innendurchmessern von 200 nm bis 1000 nm.

Üblicherweise werden Kapillarröhrchen nicht mit Durchmessern unter 1 μm angeboten. Vor der Entwicklung von Nanokapillaren waren Nassätzen oder Ionenstrahl-Fräsen die bevorzugten Verfahren für Substrate unter 1 Mikrometer in Wissenschaft, Industrie und Medizin – beide Verfahren sind jedoch teuer und schwer zugänglich.

Von Molex (Polymicro) gibt es nun Nanokapillaren mit Innendurchmessern von 200 nm bis 1000 nm. Synthetisches Quarzglas bietet spiegelglatte Oberflächen, die einen stabilen Fluss von Flüssigkeiten und Gasen gewährleisten. Der niedrige Metallionengehalt des Materials gewährleistet eine reaktionsträge Innenfläche und vereinfacht das Spalten oder Schneiden zur Herstellung kundenspezifischer Längen. Des Weiteren bietet eine Polyimid-Beschichtung auf der Außenseite der Röhrchen Abriebbeständigkeit bei der Handhabung und im Gebrauch, und ermöglicht den Einsatz der Röhrchen in einem Temperaturbereich zwischen -65 ºC und +350 ºC.

Zu den wissenschaftlichen Anwendungen der Kapillaren gehören die analytische Chemie, Chromatographie, Nanofluidik, On-Column-Überwachung, evaneszenzbasierte Messung und Koaxiallicht- und strömungstechnische Geräte. Industrielle Anwendungen sind z.B. die Leckprüfung von Packungen, Verdunstungskühlsysteme, die Analyse von Erdölprodukten und die katalytische Untersuchung. Anwendungen in der Medizintechnik umfassen die Medikamentenabgabe, Durchflusssteuerung, klinische und Diagnosegeräte sowie tragbare Medikamentenangabesysteme.