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Supramolekulare Chemie: Der Virus-Gegenschlag

Virale Infektionen gelten heute als eine der größten medizinischen Herausforderungen, weil Vieren zu schnell mutieren und Resistenzen bilden. Ein ganz neuer Ansatz soll dies verhindern.

Virenbekämpfung Bildquelle: © IBM

Makromolekül soll gegen Viren kämpfen

Zika, Ebola oder das Dengue Fieber sind nur die bekanntesten Epidemien der letzten Jahre, die zahlreiche Opfer gefordert haben. Nun haben IBM Research und das Institute of Bioengineering and Nanotechnology (IBN) in Singapur eine Studie zu einem Makromolekül eröffentlicht, das helfen könnte, tödliche Virusinfektionen und die Bildung von Resistenzen durch einen dreistufigen Mechanismus zu verhindern.

Die Arbeit auf dem Gebiet der supramolekularen Chemie dient der Erforschung von großen Molekülen mit unterschiedlichen Eigenschaften zur Bekämpfung von Virusinfektionen. Dabei soll IBMs kognitive Technologie Watson im weiteren Verlauf dabei helfen, die Entwicklung von geeigneten Medikamenten auf Basis dieser Forschungen zu ermöglichen.

Das neue Makromolekül setzt sich aus verschiedenen spezifischen Komponenten zusammen, die dreifach gegen Virusinfektionen und die Vermehrung der Viren wirken und gleichzeitig die Resistenzbildung vermeiden:

  1. Anziehung – eine der Komponenten bringt Wasserstoffverbindungen und elektrostatische Reaktionen zusammen, um so die Proteine auf der Virusoberfläche anzuziehen und dessen Fähigkeit zur Infektion von gesunden Zellen zu unterbinden.
  2. Vermeidung – Mannose, ein Zuckerbaustein unterstützt gleichzeitig die Rezeptoren der menschlichen Immunzellen.
  3. Neutralisierung – Basisamine neutralisieren gleichzeitig den pH-Wert innerhalb des Virus und verhindern so seine Vermehrung.